Übersicht
Über diese Erkrankung
Andere generalisierte Epilepsien und epileptische Syndrome bezeichnen schwere Formen der Epilepsie, die vor allem Säuglinge und Kleinkinder betreffen. Zu diesen Syndromen zählen Blitz-Nick-Salaam-Krämpfe, Epilepsie mit myoklonisch-astatischen Anfällen, Epilepsie mit myoklonischen Absenzen, frühe myoklonische Enzephalopathie, Lennox-Syndrom und West-Syndrom. Sie sind durch häufige, behandlungsresistente Anfälle gekennzeichnet, die oft zu neurologischen Entwicklungsstörungen führen. Die Anfälle können plötzliche Muskelkontraktionen, Sturzattacken oder Spasmen in Serie umfassen und die Alltagsfunktionen erheblich beeinträchtigen. Diese Syndrome sind selten, aber schwerwiegend und machen nur einen kleinen Prozentsatz der Fälle von Epilepsie im Kindesalter aus. Das West-Syndrom ist mit einer Inzidenz von 1 zu 2.000 bis 4.000 Lebendgeburten am häufigsten, während das Lennox-Syndrom bei 1–2 % der Epilepsien im Kindesalter auftritt. Historisch gesehen wurden diese Syndrome im 19. und 20. Jahrhundert beschrieben, aber Fortschritte in der Genetik, Neurobildgebung und Stoffwechseluntersuchungen haben das Verständnis und die Behandlung verbessert. Zu den Komplikationen zählen schwere kognitive Beeinträchtigungen, Verhaltensstörungen und körperliche Behinderungen. Viele Patienten entwickeln eine refraktäre Epilepsie, die eine lebenslange Behandlung erfordert. Das Risiko für Status epilepticus, plötzlichen unerwarteten Tod bei Epilepsie (SUDEP) und sekundäre neurologische Erkrankungen ist höher als bei anderen Epilepsieformen. Die Diagnose stützt sich auf die klinische Anamnese, Elektroenzephalographie (EEG), Neurobildgebung (MRT) und Stoffwechsel-/Gentests. Die Behandlung umfasst Antiepileptika (AEDs), ketogene Diät, Kortikosteroide und chirurgische Eingriffe, wobei die Anfälle oft schwer zu kontrollieren sind. Die Ursachen sind vielfältig, können jedoch genetische Mutationen, perinatale Hirnschädigungen, Stoffwechselstörungen und strukturelle Hirnanomalien umfassen. Zu den Risikofaktoren zählen familiäre Vorbelastung, Komplikationen bei der Geburt und Infektionen während der Schwangerschaft. Aufgrund der genetischen und strukturellen Natur dieser Syndrome sind die Präventionsmöglichkeiten begrenzt. Eine frühzeitige Diagnose, die Behandlung der Anfälle und die Therapie der zugrunde liegenden Stoffwechsel- oder perinatalen Erkrankungen können jedoch zu einer Verbesserung der Prognose beitragen.
