Übersicht
Über diese Erkrankung
Das Androgenresistenzsyndrom, auch bekannt als Androgeninsensitivitätssyndrom (AIS), ist eine genetische Erkrankung, bei der die Körperzellen nicht richtig auf Androgene reagieren können, die Hormone, die für die männliche sexuelle Entwicklung verantwortlich sind. Personen mit dieser Erkrankung haben ein XY-Chromosomenmuster, aber ihr Körper kann sich teilweise oder vollständig mit weiblichen Merkmalen entwickeln. Es gibt drei Typen: das komplette Androgenresistenzsyndrom (CAIS), das partielle Androgenresistenzsyndrom (PAIS) und das milde Androgenresistenzsyndrom (MAIS). Die Symptome reichen von typisch weiblichen äußeren Genitalien (CAIS) über uneindeutige Genitalien (PAIS) bis hin zu leichter Unfruchtbarkeit bei ansonsten typischen Männern (MAIS). Die Krankheit ist selten und betrifft etwa 1 von 20.000 bis 1 von 60.000 Lebendgeburten. AIS wurde erstmals in den 1950er Jahren beschrieben, und das Verständnis der Krankheit hat sich mit den Fortschritten in der Genetik erheblich weiterentwickelt. Früher als „testikuläres Feminisierungssyndrom“ bezeichnet, wurde die Terminologie inzwischen aktualisiert, um ein klareres Verständnis der Androgenrezeptorfunktion widerzuspiegeln. Zu den Komplikationen von AIS kann ein Hodenhochstand gehören, der ein Risiko für die Entwicklung von Hodenkrebs birgt, wenn er nicht behandelt wird. Personen mit PAIS können mit Herausforderungen im Zusammenhang mit uneindeutigen Genitalien konfrontiert sein, einschließlich psychologischer und sozialer Schwierigkeiten. Unfruchtbarkeit ist bei allen Formen von AIS häufig. Die Diagnose umfasst Gentests zur Identifizierung von Mutationen im Androgenrezeptor (AR)-Gen, Hormonwertbestimmungen und bildgebende Untersuchungen zur Beurteilung der inneren Fortpflanzungsorgane. Die Behandlung kann eine Hormonersatztherapie, chirurgische Eingriffe bei Hodenhochstand oder Genitalrekonstruktionen sowie psychologische Unterstützung umfassen. AIS wird durch Mutationen im AR-Gen auf dem X-Chromosom verursacht. Es wird in der Regel X-chromosomal-rezessiv vererbt. Es sind keine vorbeugenden Maßnahmen bekannt, aber eine frühzeitige Diagnose und Behandlung können die Ergebnisse und die Lebensqualität verbessern.
Symptomatik
