Übersicht
Über diese Erkrankung
Azidose ist ein Zustand, bei dem das Blut zu sauer wird, was in der Regel durch einen pH-Wert unter 7,35 definiert wird. Sie wird in metabolische Azidose, die durch übermäßige Säureproduktion oder Bikarbonatverlust verursacht wird (z. B. Laktatazidose, Ketoazidose oder Nierenversagen), und respiratorische Azidose, die durch eine beeinträchtigte Lungenfunktion entsteht, die zu einer Kohlendioxidretention führt, unterteilt. Die Symptome variieren, können aber Müdigkeit, Verwirrtheit, Kurzatmigkeit, schnelle Atmung und in schweren Fällen Schock oder Organversagen umfassen. Azidose ist eine weltweit verbreitete Erkrankung, von der Menschen mit chronischen Krankheiten, schweren Infektionen oder Atemwegserkrankungen betroffen sind. In der Vergangenheit entwickelte sich das Verständnis für diese Erkrankung mit den Fortschritten in der Biochemie und der Intensivmedizin, insbesondere in Bezug auf die Rolle des Säure-Basen-Gleichgewichts bei der Homöostase. Die Laktatazidose wurde erstmals im Zusammenhang mit anstrengender körperlicher Betätigung und Sepsis beschrieben, während die respiratorische Azidose im Rahmen der Erforschung von Lungenerkrankungen gut dokumentiert wurde. Die Komplikationen einer Azidose hängen von ihrem Schweregrad und ihrer zugrunde liegenden Ursache ab. Eine anhaltende oder unbehandelte Azidose kann zu Herz-Kreislauf-Störungen, Herzrhythmusstörungen, neurologischen Beeinträchtigungen, Atemversagen oder Multiorganversagen führen. Schwere Fälle können lebensbedrohlich sein. Die Diagnose umfasst eine arterielle Blutgasanalyse, eine Serum-Bikarbonat-Messung und die Beurteilung der Grunderkrankungen. Die Behandlung hängt von der Art und der Ursache ab; eine metabolische Azidose kann eine Bikarbonat-Therapie erfordern, während eine respiratorische Azidose oft eine Beatmungsunterstützung erforderlich macht. Zu den häufigsten Ursachen gehören Nierenerkrankungen, Diabetes, Sepsis, chronisch obstruktive Lungenerkrankungen und Arzneimitteltoxizität. Zu den Risikofaktoren gehören Alkoholkonsum, extreme körperliche Betätigung und bestimmte Medikamente. Zur Vorbeugung gehören die Behandlung der Grunderkrankungen, eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr und die Vermeidung von übermäßigem Alkohol- oder Drogenkonsum. Eine frühzeitige Intervention bei Risikopatienten kann Komplikationen reduzieren.
