Übersicht
Über diese Erkrankung
Die chronische Chagas-Krankheit mit Herzeinbeziehung ist eine langfristige Manifestation einer Infektion mit dem Parasiten Trypanosoma cruzi. In diesem Stadium der Krankheit ist vor allem das Herz betroffen, was zu Komplikationen wie Myokarditis, Kardiomyopathie und möglicherweise Herzversagen führt. Im Gegensatz zur akuten Phase, die nur minimale oder gar keine Symptome aufweist, entwickelt sich die chronische Phase über viele Jahre hinweg unbemerkt und kann zu schweren Herz-Kreislauf-Erkrankungen führen. Die Chagas-Krankheit ist in Lateinamerika endemisch, hat sich jedoch aufgrund der globalen Migration auch in anderen Regionen ausgebreitet. Die Krankheit wurde erstmals 1909 von Carlos Chagas beschrieben. Chronische Herzkomplikationen sind die schwerwiegendste Manifestation der Krankheit und eine der Hauptursachen für Morbidität und Mortalität bei infizierten Personen. Sie betreffen vor allem Erwachsene, die sich als Kinder infiziert haben. Zur Diagnose der chronischen Chagas-Krankheit werden serologische Tests zum Nachweis von Antikörpern gegen Trypanosoma cruzi sowie Elektrokardiogramme und Echokardiogramme zur Beurteilung von Herzschäden durchgeführt. Zur Behandlung können antiparasitäre Medikamente zur Senkung der Parasitenbelastung eingesetzt werden, auch wenn ihre Wirksamkeit in der chronischen Phase nachlässt, sowie Medikamente zur Behandlung von Herzsymptomen. Zu den Risikofaktoren gehören das Leben in endemischen Gebieten oder die Auswanderung aus diesen Gebieten, eine unzureichende Vektorkontrolle und die Entnahme von Blut oder Organen von infizierten Spendern. Auch schlechte Wohnverhältnisse, die die Ansiedlung von Vektoren begünstigen, tragen zur Übertragung bei. Die Präventionsstrategien konzentrieren sich auf die Vektorkontrolle durch das Versprühen von Insektiziden und die Verbesserung der Wohnverhältnisse, die Untersuchung von Blutspenden und die Aufklärung der Öffentlichkeit über die Übertragung und Prävention.
Symptomatik
