Übersicht
Über diese Erkrankung
Epidemische Pleurodynie, allgemein bekannt als Bornholm-Krankheit, ist eine Virusinfektion, die vor allem die Brust betrifft und plötzlich auftretende starke Brustschmerzen, Muskelschmerzen und Fieber verursacht. Die Krankheit wird durch das Coxsackievirus B verursacht, das zur Familie der Enteroviren gehört. Epidemische Pleurodynie tritt weltweit auf und kann Menschen aller Altersgruppen betreffen. Ausbrüche der Krankheit sind häufiger im Spätsommer und Frühherbst. Das Virus wurde erstmals in den 1950er Jahren während eines Ausbruchs auf Bornholm, Dänemark, identifiziert, woraufhin es den alternativen Namen „Bornholm-Krankheit“ erhielt. Die meisten Fälle der Bornholm-Krankheit sind selbstlimitierend und verlaufen ohne Komplikationen. In seltenen Fällen können jedoch schwere Verläufe zu einer viralen Meningitis, einer Entzündung des Herzens (Myokarditis) oder einer Entzündung der Lunge (Pleuritis) führen. Diese Komplikationen treten häufiger bei immungeschwächten Personen oder Personen mit Vorerkrankungen auf. Die Diagnose der Bornholm-Krankheit umfasst eine Kombination aus klinischer Untersuchung, Symptombewertung und Labortests. Bei der körperlichen Untersuchung können charakteristische Brust- und Muskelschmerzen sowie Fieber festgestellt werden. Labortests wie die Polymerase-Kettenreaktion (PCR) oder eine Viruskultur können das Vorhandensein des Coxsackievirus B in Atemwegssekreten oder Stuhlproben nachweisen. Da es sich bei der Bornholm-Krankheit um eine Virusinfektion handelt, gibt es keine spezifische antivirale Behandlung. Die Behandlung umfasst in erster Linie unterstützende Maßnahmen zur Linderung der Symptome. Rezeptfreie Schmerzmittel wie Paracetamol oder Ibuprofen können Schmerzen und Fieber lindern. Ruhe und Flüssigkeitszufuhr sind für eine vollständige Genesung unerlässlich. Das Coxsackievirus B, der Erreger der Bornholm-Krankheit, ist hochansteckend und verbreitet sich über Tröpfcheninfektion durch infizierte Personen. Es kann auch durch Kontakt mit kontaminierten Oberflächen oder auf fäkal-oralem Weg übertragen werden. Zu den Risikofaktoren für eine Infektion gehört der enge Kontakt mit infizierten Personen, insbesondere in überfüllten Umgebungen. Zur Vorbeugung der Bornholm-Krankheit gehören gute Hygiene, wie häufiges Händewaschen, Abdecken von Mund und Nase beim Husten oder Niesen und die Vermeidung von engem Kontakt mit infizierten Personen. Die Aufrechterhaltung eines gesunden Immunsystems durch eine ausgewogene Ernährung, regelmäßige Bewegung und ausreichende Ruhe kann ebenfalls dazu beitragen, das Infektionsrisiko zu senken.
