Übersicht
Über diese Erkrankung
Das inflammatorische Immunrekonstitutionssyndrom (IRIS) ist ein medizinischer Zustand, der durch eine abnorme und oft übermäßige Entzündungsreaktion des Immunsystems gekennzeichnet ist. IRIS tritt typischerweise bei Personen mit eingeschränkter Immunfunktion auf, z. B. bei HIV/AIDS-Patienten, und zwar nach Beginn einer antiretroviralen Therapie (ART) oder anderen Maßnahmen, die zu einer Erholung des Immunsystems führen. Die Prävalenz von IRIS ist bei HIV/AIDS-Patienten deutlich höher, insbesondere bei Menschen, die zu Beginn der ART eine niedrigere CD4+-T-Zellzahl aufweisen. Das Phänomen wurde erkannt und beschrieben, als ART im späten 20. Jahrhundert zur Standardbehandlung von HIV/AIDS wurde. Seitdem haben umfangreiche Forschungsarbeiten unser Verständnis dieses Zustands verbessert. IRIS ist zwar ein Zeichen für die Wiederherstellung der Immunfunktion, kann aber mit einer Reihe von Komplikationen verbunden sein. Dazu gehören schwere Entzündungen, Gewebeschäden und in einigen Fällen eine lebensbedrohliche Organbeteiligung. Ausmaß und Schweregrad der Komplikationen hängen weitgehend von der Art und dem Ausmaß der zugrunde liegenden Infektionen oder Erkrankungen ab. Die Diagnose von IRIS stützt sich häufig auf die klinische Bewertung, die Krankengeschichte und den Zeitpunkt des Auftretens der Symptome im Verhältnis zu den Maßnahmen zur Erholung des Immunsystems. Labortests, bildgebende Untersuchungen und Biopsien können erforderlich sein, um die zugrunde liegenden Infektionen oder Erkrankungen zu bestätigen. Die Behandlungsstrategien zielen darauf ab, ein Gleichgewicht zwischen der Kontrolle der Immunantwort und der Ausrottung des Erregers herzustellen. Die Behandlung kann entzündungshemmende Medikamente, eine antimikrobielle Therapie, die auf die zugrunde liegende Infektion abzielt, und in einigen Fällen auch eine Anpassung der immunsuppressiven Behandlung umfassen. IRIS tritt in erster Linie als Folge der Wiederherstellung der Immunfunktion bei Personen mit vorbestehenden Infektionen oder Erkrankungen auf. Zu den Risikofaktoren für die Entwicklung von IRIS gehören niedrige CD4+ T-Zellzahlen zu Beginn der Maßnahmen zur Wiederherstellung des Immunsystems und das Vorhandensein latenter oder subklinischer Infektionen. Darüber hinaus tragen die Art und Dauer der Immunsuppression und die spezifischen Krankheitserreger zum Risiko bei. Die Vorbeugung von IRIS ist schwierig, konzentriert sich aber auf die Minimierung des Risikos opportunistischer Infektionen und die Behandlung der zugrunde liegenden Erkrankungen, bevor die Erholung des Immunsystems beginnt. Wichtige Präventionsmaßnahmen sind die Einleitung der ART zu einem geeigneten Zeitpunkt in der HIV/AIDS-Behandlung, die engmaschige Überwachung der Patienten während der Wiederherstellung des Immunsystems und die sofortige Behandlung auftretender Infektionen.
