Übersicht
Über diese Erkrankung
Die Lewy-Körper-Krankheit ist eine fortschreitende neurodegenerative Erkrankung, die durch die Ansammlung abnormaler Lewy-Körper gekennzeichnet ist, bei denen es sich um Klumpen fehlgefalteter Alpha-Synuclein-Proteine in Nervenzellen handelt. Sie beeinträchtigt in erster Linie die kognitiven Fähigkeiten, die Motorik und die autonomen Funktionen. Die Krankheit manifestiert sich als Lewy-Körper-Demenz (LBD), die zwei Unterformen umfasst: die Demenz mit Lewy-Körpern (DLB), bei der zunächst eine kognitive Verschlechterung auftritt, und die Parkinson-Demenz (PDD), die nach dem Auftreten von Parkinson-Symptomen auftritt. Zu den wichtigsten Symptomen gehören schwankende kognitive Fähigkeiten, visuelle Halluzinationen, parkinsonartige motorische Symptome und autonome Dysfunktionen. Die Lewy-Körper-Demenz ist nach der Alzheimer-Krankheit die zweithäufigste Ursache für progressive Demenz und macht etwa 5–10 % aller Demenzfälle aus. Sie betrifft in der Regel Menschen über 60 Jahre. Die Krankheit wurde erstmals Anfang des 20. Jahrhunderts von Frederic Lewy beschrieben, ihre klinische Bedeutung wurde jedoch erst in späteren Jahrzehnten mit den Fortschritten in der neurodegenerativen Forschung erkannt. Zu den Komplikationen der Lewy-Körper-Krankheit gehören schwerer kognitiver Verfall, häufige Stürze, psychiatrische Störungen, Schluckbeschwerden und autonome Dysfunktion. Diese können zu Lungenentzündung, Unterernährung, Infektionen und erhöhter Pflegebedürftigkeit führen und die Lebenserwartung erheblich verringern. Die Diagnose basiert auf einer neurologischen Untersuchung, kognitiven Tests, Neurobildgebung (MRT, PET-Scan) und Dopamin-Transporter (DaT)-Scans. Die Behandlung konzentriert sich auf die Symptomkontrolle unter Verwendung von Cholinesterasehemmern zur Verbesserung der kognitiven Funktionen, Parkinson-Medikamenten zur Behandlung motorischer Symptome und einer vorsichtigen psychiatrischen Behandlung von Halluzinationen und Stimmungsstörungen. Die genaue Ursache ist noch unbekannt, aber genetische, umweltbedingte und altersbedingte Faktoren spielen eine Rolle. Zu den Risikofaktoren zählen fortgeschrittenes Alter, neurodegenerative Erkrankungen in der Familienanamnese und Parkinson. Eine Heilung ist nicht möglich, aber eine frühzeitige Diagnose, kognitive Beschäftigung, körperliche Bewegung und eine gesunde Ernährung können das Fortschreiten der Krankheit verlangsamen. Der Verzicht auf Medikamente, die die Symptome verschlimmern, wie bestimmte Antipsychotika, ist ebenfalls entscheidend für eine wirksame Behandlung der Krankheit.
