Übersicht
Über diese Erkrankung
Molybdänmangel ist eine seltene Erkrankung, bei der dem Körper ausreichend Molybdän fehlt, ein Spurenelement, das für enzymatische Prozesse im Schwefelstoffwechsel und bei der Entgiftung unerlässlich ist. Zu den Symptomen können geistige Lethargie, schneller Herzschlag, Sehstörungen, Übelkeit, Kopfschmerzen und in schweren Fällen Entwicklungsverzögerungen und neurologische Beeinträchtigungen gehören. Dieser Mangel wird in erster Linie als ernährungsbedingt, sekundär aufgrund von Malabsorption oder aufgrund genetischer Erkrankungen wie Molybdän-Cofaktor-Mangel klassifiziert. Molybdänmangel ist äußerst selten, da das Mineral in einer Vielzahl von Lebensmitteln enthalten ist, darunter Hülsenfrüchte, Vollkornprodukte und Blattgemüse. Fälle treten vor allem bei Personen auf, die langfristig parenteral ernährt werden und keine Molybdän-Supplementierung erhalten, oder bei Personen mit genetischen Störungen. Die Bedeutung für die menschliche Gesundheit wurde Mitte des 20. Jahrhunderts durch Studien zu molybdänabhängigen Enzymen erkannt. Unbehandelt kann ein Molybdänmangel zu schweren neurologischen Funktionsstörungen, Krampfanfällen, metabolischer Azidose und in extremen Fällen zum Koma führen. Bei Kindern kann er zu kognitiven und entwicklungsbedingten Verzögerungen führen. Ein langfristiger Mangel kann auch den Schwefelstoffwechsel stören, was zur Anreicherung toxischer Sulfite und zu einer Beeinträchtigung der Organfunktion führt. Die Diagnose umfasst eine gründliche klinische Untersuchung, die Erfassung der Ernährungsgewohnheiten und Labortests zur Messung des Molybdänspiegels im Blut oder Urin. Die Behandlung umfasst in der Regel die orale oder intravenöse Gabe von Molybdänpräparaten, je nach Schweregrad des Mangels, sowie die Behandlung etwaiger Grunderkrankungen. Häufige Ursachen sind eine unzureichende Nahrungsaufnahme, Malabsorptionsstörungen wie Morbus Crohn oder genetische Mutationen, die den Molybdänstoffwechsel beeinträchtigen. Zu den Risikofaktoren zählen eine langfristige parenterale Ernährung und Stoffwechselstörungen. Um einem Molybdänmangel vorzubeugen, sollten molybdänreiche Lebensmittel wie Hülsenfrüchte, Nüsse, Vollkornprodukte und Blattgemüse verzehrt werden. Eine ausreichende Nährstoffversorgung während der intravenösen Ernährung und die Behandlung von Malabsorptionsstörungen sind wichtige Präventionsmaßnahmen.
