Übersicht
Über diese Erkrankung
Das Post-Polio-Syndrom (PPS) ist eine neuromuskuläre Erkrankung, die Personen betrifft, die zuvor an Poliomyelitis erkrankt waren. Es ist gekennzeichnet durch fortschreitende Muskelschwäche, Müdigkeit, Gelenk- und Muskelschmerzen und verminderte Ausdauer und tritt oft Jahrzehnte nach der ersten Polioinfektion auf. Die Symptome betreffen in der Regel Muskeln, die zuvor durch Polio geschwächt waren, obwohl auch neue Muskelgruppen betroffen sein können. PPS betrifft etwa 20–40 % der Polio-Überlebenden, wobei die Symptome 15–40 Jahre nach der Erstinfektion auftreten. PPS wurde erstmals in den 1980er Jahren erkannt und trat mit zunehmendem Alter der Polio-Überlebenden aus früheren Ausbrüchen immer häufiger auf. Die Erkrankung ist nach wie vor ein Problem in Regionen, in denen Polio früher weit verbreitet war, insbesondere bei Personen, die schwere Erstinfektionen hatten. Wenn PPS nicht behandelt wird, kann dies zu einer erhöhten Behinderung führen, einschließlich chronischer Schmerzen, fortschreitender Muskelatrophie, Atembeschwerden und eingeschränkter Mobilität. Einige Patienten entwickeln Dysphagie (Schluckbeschwerden), Schlafstörungen und eine erhöhte Kälteempfindlichkeit, was sich erheblich auf das tägliche Leben auswirkt. Die Diagnose erfolgt in erster Linie klinisch, basierend auf einer Polio-Anamnese, neu auftretenden neuromuskulären Symptomen und dem Ausschluss anderer Erkrankungen. Elektromyographie (EMG), MRT und Muskelbiopsien können bei der Beurteilung der Motoneuronenfunktion helfen. Es gibt keine Heilung, aber die Behandlung konzentriert sich auf Physiotherapie, Hilfsmittel, Techniken zur Energieerhaltung und Symptommanagement, um die Funktion zu erhalten. PPS wird durch die allmähliche Degeneration von Motoneuronen verursacht, die die ursprüngliche Polioinfektion überlebt haben, was zu neuer Muskelschwäche und -ermüdung führt. Alterung, Überbeanspruchung der Muskeln und schwere anfängliche Polioinfektionen erhöhen das Risiko, an PPS zu erkranken. Die Prävention beruht auf der Ausrottung von Polio durch Impfung. Für Polioüberlebende kann die Vermeidung von Muskelüberbeanspruchung, die Steuerung der körperlichen Aktivität und regelmäßige medizinische Nachsorge dazu beitragen, das Fortschreiten der Symptome zu verzögern und die Mobilität zu erhalten.
