Übersicht
Über diese Erkrankung
Psoriasis ist eine chronisch-entzündliche Hauterkrankung, die durch eine überschießende Aktivierung des Immunsystems verursacht wird und sich in charakteristischen, schuppenden Hautveränderungen äußert. Die Erkrankung verläuft in der Regel schubweise, wobei Phasen mit ausgeprägten Symptomen mit beschwerdeärmeren Perioden abwechseln können. Psoriasis ist keine ansteckende Erkrankung und betrifft weltweit etwa zwei bis drei Prozent der Bevölkerung, in Deutschland sind schätzungsweise zwei bis drei Millionen Menschen betroffen. Sie zählt damit zu den häufigsten chronischen Hauterkrankungen überhaupt. Die Grundlage der Erkrankung liegt in einer Fehlregulation des Immunsystems, bei der T-Lymphozyten fälschlicherweise körpereigene Hautzellen angreifen. Dies führt zu einer massiv beschleunigten Zellteilung in der Oberhaut: Während sich normale Hautzellen in etwa vier Wochen erneuern, beträgt dieser Zyklus bei Psoriasis nur drei bis sieben Tage. Die unreifen Zellen häufen sich an der Hautoberfläche an und bilden die typischen silbrig-weißen Schuppen. Entzündungsbotenstoffe wie Tumornekrosefaktor-alpha, Interleukin-17 und Interleukin-23 spielen dabei eine zentrale Rolle und sind auch Angriffspunkte moderner Therapien. Klinisch zeigt sich Psoriasis am häufigsten als Psoriasis vulgaris, die sogenannte Plaque-Psoriasis. Dabei entstehen scharf begrenzte, gerötete Hautareale, die mit silbrig-weißen Schuppen bedeckt sind und bevorzugt an Ellenbogen, Knien, der Kopfhaut und im Bereich des Steißbeins auftreten. Weitere Verlaufsformen sind die Psoriasis guttata mit tröpfchenförmigen Herden, die pustulöse Psoriasis mit eitergefüllten Bläschen sowie die erythrodermische Psoriasis, bei der nahezu die gesamte Körperoberfläche betroffen ist. Auch Nägel und Gelenke können befallen sein: Die Psoriasis-Arthritis tritt bei etwa 20 bis 30 Prozent der Betroffenen auf und kann zu dauerhaften Gelenkschäden führen. Die klinische Bedeutung der Psoriasis geht weit über die Haut hinaus. Betroffene haben ein erhöhtes Risiko für Begleiterkrankungen wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes mellitus Typ 2, das metabolische Syndrom und entzündliche Darmerkrankungen. Zudem ist die psychische Belastung erheblich: Viele Patientinnen und Patienten leiden unter Stigmatisierung, sozialer Isolation, Angststörungen und Depressionen. Die Lebensqualität kann durch die Erkrankung stark eingeschränkt sein, was eine ganzheitliche Betrachtung und Behandlung unbedingt erforderlich macht. Die Therapie der Psoriasis hat sich in den letzten Jahren erheblich weiterentwickelt. Neben bewährten äußerlichen Behandlungen mit Kortikosteroiden, Vitamin-D-Analoga und Teer stehen heute hochwirksame Biologika zur Verfügung, die gezielt in die Entzündungskaskade eingreifen. Für leichte bis mittelschwere Formen reichen oft topische Therapien aus, während bei mittelschwerer bis schwerer Psoriasis systemische Behandlungen eingesetzt werden. Ziel der Therapie ist nicht nur die Kontrolle der Hautveränderungen, sondern auch die Verbesserung der Lebensqualität und die Behandlung von Begleiterkrankungen.
