Übersicht
Über diese Erkrankung
Die Refsum-Krankheit ist eine seltene, vererbte Stoffwechselstörung, die durch die Ansammlung von Phytansäure im Gewebe aufgrund einer gestörten Alpha-Oxidation gekennzeichnet ist. Diese toxische Anreicherung betrifft in erster Linie das Nervensystem, die Augen, die Haut und das Herz. Häufige Symptome sind fortschreitende periphere Neuropathie, Retinitis pigmentosa, Hörverlust, zerebelläre Ataxie, Ichthyose und Herzrhythmusstörungen. Es gibt keine wesentlichen Unterformen, aber der Schweregrad und das Erkrankungsalter können je nach genetischen und metabolischen Faktoren variieren. Die Erkrankung ist äußerst selten und tritt schätzungsweise bei 1 von 1.000.000 Personen in der Allgemeinbevölkerung auf. Sie wurde erstmals in den 1940er Jahren von Sigvald Refsum beschrieben, der die Erkrankung mit neurologischen Symptomen und einer Degeneration der Netzhaut in Verbindung brachte. Seitdem konnten durch Forschungsarbeiten die für die Erkrankung verantwortlichen Enzymdefizite identifiziert und die systemischen Merkmale besser erkannt werden. Zu den Komplikationen gehören fortschreitender Sehverlust, sensorineurale Taubheit, sich verschlimmernde Neuropathie und lebensbedrohliche Herzleitungsstörungen. Ohne Behandlung kann die Refsum-Krankheit zu schweren Behinderungen und einem erhöhten Risiko für plötzlichen Herztod führen. Die Diagnose basiert auf klinischen Befunden, erhöhten Phytansäurespiegeln im Plasma und Gentests. Die Behandlung umfasst in erster Linie eine diätetische Restriktion von Phytansäure und in akuten Fällen eine Plasmapherese, um toxische Spiegel zu senken. Eine frühzeitige Behandlung kann die Prognose deutlich verbessern und neurologische Schäden begrenzen. Die Refsum-Krankheit wird durch autosomal-rezessive Mutationen in Genen wie PHYH oder PEX7 verursacht, die den Phytansäurestoffwechsel beeinträchtigen. Zu den Risikofaktoren zählen eine familiäre Vorbelastung oder eine konsanguine Abstammung. Obwohl der Gendefekt nicht verhindert werden kann, können eine diätetische Behandlung und eine genetische Beratung in Risikofamilien Komplikationen reduzieren und die Früherkennung unterstützen.
Symptomatik
