Übersicht
Über diese Erkrankung
Migräne mit Aura, auch als klassische Migräne bekannt, ist eine neurologische Erkrankung, die durch wiederkehrende Kopfschmerzen gekennzeichnet ist, denen vorübergehende sensorische Störungen (Auren) vorausgehen. Auren entwickeln sich allmählich über einen Zeitraum von 5 bis 60 Minuten und können Sehstörungen (Blitzlichter, blinde Flecken), sensorische Symptome (Taubheitsgefühl, Kribbeln), Sprachstörungen oder motorische Schwäche umfassen. Darauf folgt die Kopfschmerzphase, die in der Regel 4 bis 72 Stunden dauert und sich durch pochende Schmerzen, Übelkeit, Licht- und Geräuschempfindlichkeit äußert. Zu den Unterformen zählen die Basilarismigräne, die familiäre hemiplegische Migräne und die Migräne mit lang anhaltender oder akut auftretender Aura. Migräne mit Aura betrifft etwa 25–30 % der Migränepatienten, wobei Frauen häufiger betroffen sind als Männer. Schätzungen zufolge leiden 2–3 % der Weltbevölkerung an dieser Erkrankung. Beschreibungen reichen bis in die antike griechische Medizin zurück, wo Hippokrates Symptome dokumentierte, die denen einer Aura ähneln. Forschungen haben Migräne mit Aura mit genetischen und vaskulären Anomalien in Verbindung gebracht, die die Gehirnfunktion beeinträchtigen. Zu den Komplikationen zählen chronische Migräne, medikamenteninduzierte Kopfschmerzen und ein erhöhtes Risiko für Schlaganfälle und Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Auren, insbesondere solche mit motorischen Symptomen, können mit transitorischen ischämischen Attacken (TIAs) verwechselt werden. Häufige Migräne kann die kognitiven Funktionen und die psychische Gesundheit beeinträchtigen und zu Angstzuständen und Depressionen beitragen. Die Diagnose erfolgt klinisch auf der Grundlage der Symptomgeschichte und unter Ausschluss anderer Ursachen. Bei atypischen Auren, lang anhaltenden Symptomen oder plötzlichem Auftreten ist eine Neurobildgebung (MRT, CT) erforderlich. Die Behandlung umfasst abortive Medikamente (NSAIDs, Triptane) und präventive Therapien (Betablocker, Antiepileptika, CGRP-Inhibitoren). Zu den Ursachen zählen genetische Veranlagung, Ungleichgewichte der Neurotransmitter (Serotonin, CGRP) und eine abnormale Erregbarkeit der Großhirnrinde. Zu den Risikofaktoren zählen hormonelle Schwankungen, Schlafstörungen, Stress und Auslöser in der Ernährung. Die Prävention konzentriert sich auf die Vermeidung von Auslösern, regelmäßigen Schlaf, Stressbewältigung, Ernährungsumstellung und Medikamente bei häufigen Migräneanfällen. Eine frühzeitige Intervention hilft, die Häufigkeit und Schwere der Anfälle zu reduzieren.
