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Herzinsuffizienz

Herzinsuffizienz: Medikamente, Alltag, Warnzeichen, Reha und Versorgung in der Schweiz, Deutschland und Österreich.

Stand Oktober 2026.

Therapien

Therapien im Überblick

Herzinsuffizienz kann sich beim Treppensteigen, im Schlaf oder durch geschwollene Beine bemerkbar machen. Die Behandlung richtet sich danach, welche Störung vorliegt, wodurch sie entstanden ist und welche Belastung Sie im Alltag bewältigen können. Medikamente können Beschwerden lindern und, je nach Krankheitsform und Wirkstoff, das Risiko für Spitaleinweisungen oder Tod senken. Eine behandelbare Ursache, etwa eine Herzklappenerkrankung, braucht zusätzlich eine gezielte Therapie. Der Plan umfasst deshalb Befunde, persönliche Ziele und Kontrolltermine.

Die europäische ESC-Leitlinie vom August 2026 unterscheidet Herzinsuffizienz mit reduzierter Auswurffraktion, HFrEF, bei einer linksventrikulären Ejektionsfraktion unter 50 Prozent und Herzinsuffizienz mit erhaltener Auswurffraktion, HFpEF, ab 50 Prozent. Die frühere Zwischenkategorie HFmrEF entfällt. Ältere Arztbriefe und Studien verwenden teilweise andere Grenzen; ihre Ergebnisse behalten die damaligen Einschlusskriterien. Eine erhaltene Auswurffraktion schliesst eine schwere Herzinsuffizienz nicht aus. ESC, Einteilung 2026

Dieser Überblick unterstützt das Gespräch über eine ärztlich geführte Behandlung. Eine Medikamentenänderung setzt eine Beurteilung von Beschwerden, Blutdruck, Nierenfunktion und gegebenenfalls Kalium voraus. Für einzelne Menschen braucht es andere Kombinationen als für die hier beschriebenen typischen Situationen.

Therapien im Vergleich

Therapie
Sacubitril/Valsartan, ARNI
Ansatz
Beeinflusst gefässerweiternde körpereigene Botenstoffe und blockiert das Angiotensinsystem.
Indikation
Passende symptomatische HFrEF unter Berücksichtigung von Verträglichkeit und Vorbehandlung.
Erwarteter Nutzen bzw. Evidenz
Weniger kardiovaskuläre Todesfälle oder Herzinsuffizienz-Spitaleinweisungen als mit Enalapril in PARADIGM-HF. Die Studie untersuchte überwiegend deutlich reduzierte EF.
Status/Zugang
Verschreibungspflichtig; Umstellung und Zugang nach individueller Indikation.
Risiken
Niedriger Blutdruck, erhöhtes Kalium, veränderte Nierenfunktion; selten Angioödem. Nicht zusammen mit einem ACE-Hemmer einnehmen.
Therapie
ACE-Hemmer oder Angiotensinrezeptorblocker, ARB
Ansatz
Dämpfen das Renin-Angiotensin-System, das bei Herzinsuffizienz Gefässverengung und Umbauprozesse fördern kann.
Indikation
ACE-Hemmer bei HFrEF; ARB insbesondere bei Unverträglichkeit geeigneter ACE-Hemmer oder ARNI.
Erwarteter Nutzen bzw. Evidenz
Für entsprechende HFrEF-Populationen weniger krankheitsbedingte Ereignisse; Auswahl nach Befund und Verträglichkeit.
Status/Zugang
Verschreibungspflichtige Alternativen innerhalb eines abgestimmten Plans.
Risiken
Hypotonie, Hyperkaliämie, Nierenfunktionsänderung; unter ACE-Hemmern Husten und selten Angioödem. Keine eigenständige Kombination mehrerer Blockaden.
Therapie
Evidenzbasierte Betablocker
Ansatz
Vermindern die Wirkung bestimmter Stresshormone am Herzen.
Indikation
Klinisch stabile HFrEF; andere Indikationen werden gesondert beurteilt.
Erwarteter Nutzen bzw. Evidenz
Ausgewählte Wirkstoffe vermindern bei geeigneter HFrEF Spitaleinweisungen und Sterblichkeit. Rhythmus und Studienpopulation beeinflussen die Einordnung.
Status/Zugang
Verschreibungspflichtig; Einführung und Anpassung unter Betreuung.
Risiken
Müdigkeit, langsamer Puls, niedriger Blutdruck; Verträglichkeit bei Atemwegserkrankungen individuell beurteilen.
Therapie
Mineralokortikoidrezeptor-Antagonisten, MRA
Ansatz
Blockieren die Wirkung von Aldosteron am Mineralokortikoidrezeptor.
Indikation
Symptomatische Herzinsuffizienz unabhängig von der EF, mit geeigneter Substanzwahl.
Erwarteter Nutzen bzw. Evidenz
ESC 2026 empfiehlt die Klasse; steroidale MRA sind bei HFrEF, steroidale oder nichtsteroidale MRA bei HFpEF unterschiedlich untersucht.
Status/Zugang
Spironolacton, Eplerenon oder in passender Indikation Finerenon; Zulassung und Erstattung substanzbezogen.
Risiken
Erhöhtes Kalium und Nierenfunktionsänderungen; unter Spironolacton auch Brustbeschwerden. Laborkontrollen gehören zur Behandlung.
Therapie
SGLT2-Hemmer, Dapagliflozin oder Empagliflozin
Ansatz
Verändern den Transport von Glukose und Natrium in der Niere; der Herzinsuffizienz-Nutzen reicht über die Blutzuckersenkung hinaus.
Indikation
Symptomatische Herzinsuffizienz unabhängig von EF und vorhandenem Diabetes, sofern individuell geeignet.
Erwarteter Nutzen bzw. Evidenz
Weniger kombinierte Herzinsuffizienz-Ereignisse in mehreren Studien. Bei erhaltener EF wird der Nutzen vorwiegend durch weniger Spitaleinweisungen getragen.
Status/Zugang
Verschreibungspflichtig; Nierenfunktion und aktuelle Krankheitssituation berücksichtigen.
Risiken
Genitalinfektionen, Volumenverlust, selten Ketoazidose. Vorgehen bei Krankheit, Operation oder längerem Fasten ärztlich vereinbaren.
Therapie
Diuretika zur Entstauung
Ansatz
Erhöhen die Ausscheidung von Salz und Wasser.
Indikation
Flüssigkeitsstauung, etwa bei Ödemen oder stauungsbedingter Atemnot.
Erwarteter Nutzen bzw. Evidenz
Können Stauungsbeschwerden und Belastbarkeit bessern. Ihr Stellenwert unterscheidet sich von Medikamenten mit nachgewiesenem prognostischem Nutzen.
Status/Zugang
Verschreibungspflichtig; Auswahl und Anpassung anhand der Volumensituation.
Risiken
Zu starke Entwässerung, Schwindel, Elektrolytverschiebungen und Nierenfunktionsänderungen. Tagesgewicht ist keine eigene Dosisanweisung.
Therapie
Ivabradin
Ansatz
Bremst die Impulsbildung im Sinusknoten.
Indikation
Ausgewählte symptomatische HFrEF bei Sinusrhythmus, deutlich reduzierter EF und passender Herzfrequenz trotz geeigneter Basistherapie.
Erwarteter Nutzen bzw. Evidenz
Kann in der untersuchten Konstellation zusätzliche Herzinsuffizienz-Ereignisse vermindern. Keine allgemeine Therapie jedes erhöhten Pulses.
Status/Zugang
Verschreibungspflichtige Zusatztherapie nach EKG und Beurteilung der bisherigen Behandlung.
Risiken
Zu langsamer Puls, vorübergehende Lichtphänomene und Vorhofflimmern. Wechselwirkungen berücksichtigen.
Therapie
Intravenöses Eisen
Ansatz
Ersetzt Eisen über eine Infusion.
Indikation
Abgeklärter Eisenmangel bei geeigneter symptomatischer HFrEF.
Erwarteter Nutzen bzw. Evidenz
Kann Beschwerden und Lebensqualität verbessern; die aktuelle Leitlinie sieht eine mögliche Verminderung von Spitaleinweisungen. Ein gesicherter allgemeiner Überlebensvorteil ist nicht belegt.
Status/Zugang
Infusionsbehandlung mit geeigneter Indikation, Präparatauswahl und Verlaufskontrolle.
Risiken
Infusionsreaktionen und präparatabhängige Risiken; Ursache des Eisenmangels bleibt abzuklären.
Therapie
ICD und CRT
Ansatz
ICD behandelt bestimmte gefährliche Rhythmusstörungen; CRT stimmt die Herzkammern zeitlich besser aufeinander ab.
Indikation
Ausgewählte Menschen nach Beurteilung von EF, EKG, Ursache, Vorbehandlung und Gesamtsituation.
Erwarteter Nutzen bzw. Evidenz
ICD kann vor arrhythmischem Tod schützen; CRT kann bei passendem Befund Symptome und Prognose verbessern. Die Funktionen sind verschieden.
Status/Zugang
Implantation durch spezialisierte Teams; Gerätetyp und Nachsorge individuell.
Risiken
Eingriffsrisiken, Infektion, Elektrodenprobleme; bei ICD mögliche unangemessene Therapien.
Therapie
Rehabilitation, Bewegung und multiprofessionelle Begleitung
Ansatz
Verbinden angepasstes Training, Beratung, Kontrollen und Unterstützung im Alltag.
Indikation
Stabile Herzinsuffizienz sowie individuell geplante Begleitung nach einer Verschlechterung.
Erwarteter Nutzen bzw. Evidenz
Können Belastbarkeit, Umgang mit Beschwerden und Lebensqualität fördern. Koordinierte Nachsorge hat eine eigene Evidenzbasis.
Status/Zugang
Ambulant oder stationär nach regionalem Angebot und bewilligter Leistung.
Risiken
Überlastung bei ungeeignetem Training; Programm an Stabilität, Begleiterkrankungen und Mobilität anpassen.

Die Tabelle fasst Therapieprinzipien zusammen; sie ist keine Reihenfolge für die eigene Einnahme. Die Empfehlungen und Grenzen der zusätzlichen Verfahren stehen in der ESC-Leitlinie 2026. Für Sacubitril/Valsartan liegt ein direkter Vergleich mit einem ACE-Hemmer aus PARADIGM-HF vor; für die beiden SGLT2-Hemmer stammen die Daten unter anderem aus DAPA-HF, EMPEROR-Preserved und DELIVER. Mechanismen und Sicherheitsinformationen beschreibt die EMA für Sacubitril/Valsartan, Empagliflozin, Dapagliflozin und Ivabradin.

Wie sich die Medikamentenklassen ergänzen

Sacubitril hemmt den Abbau bestimmter körpereigener Botenstoffe; Valsartan blockiert einen Angiotensinrezeptor. Diese Kombination beeinflusst Gefässe, Salzhaushalt und die Belastung des Herzens. In PARADIGM-HF trat der kombinierte Endpunkt aus kardiovaskulärem Tod oder erster Herzinsuffizienz-Spitaleinweisung während median 27 Monaten bei 21,8 Prozent mit Sacubitril/Valsartan und bei 26,5 Prozent mit Enalapril auf. Die Verträglichkeit beider Therapien war bereits vor der Randomisierung getestet worden. Für Menschen mit sehr niedrigem Blutdruck lässt sich daraus kein gleich grosser individueller Vorteil ableiten. PARADIGM-HF, 2014

ACE-Hemmer und ARB greifen an unterschiedlichen Stellen desselben hormonellen Systems an. Wenn ein ACE-Hemmer Husten verursacht, kann das Team einen Wechsel erwägen. Ein ARB ist eine mögliche Alternative, wenn ACE-Hemmer oder ARNI nicht vertragen werden. Die Präparate sind deshalb keine Ergänzungen, die man beliebig nebeneinander einnimmt. Wer einen neuen Medikamentenplan erhält, sollte sich ausdrücklich zeigen lassen, welches bisherige Mittel ersetzt wird und wann die Umstellung erfolgt. ESC-Leitlinie 2026

Betablocker beeinflussen die anhaltende Aktivierung des Stresssystems. Die Auswahl eines bei Herzinsuffizienz untersuchten Wirkstoffs ist relevant; eine Verordnung allein wegen Bluthochdruck beantwortet die Frage nach dieser Evidenz noch nicht. Bisoprolol, Carvedilol und Metoprololsuccinat gehören zu den untersuchten Möglichkeiten. Puls, EKG und klinische Stabilität helfen bei der Auswahl. Eine anfängliche Müdigkeit kann eine erneute Beurteilung erfordern. Abruptes eigenständiges Absetzen ist kein geeigneter Weg, eine vermutete Nebenwirkung zu klären. ESC, Betablocker bei HFrEF

MRA beeinflussen Aldosteronwirkungen, die unter anderem Salzrückhalt und Umbauprozesse fördern. Sie können zugleich die Kaliumausscheidung verringern. Das erklärt den Nutzen dieser Klasse und die Notwendigkeit von Laborkontrollen. Spironolacton, Eplerenon und Finerenon sind nicht für jede Herzinsuffizienz-Situation austauschbar. RALES untersuchte Spironolacton bei schwerer Herzinsuffizienz mit einer EF bis 35 Prozent unter der damaligen Hintergrundtherapie. FINEARTS-HF untersuchte Finerenon bei einer EF ab 40 Prozent und erfasste auch wiederholte Verschlechterungsereignisse. RALES, FINEARTS-HF

Finerenon ist in der Schweiz seit der Indikationserweiterung vom 9. Januar 2026 für Erwachsene mit chronischer symptomatischer Herzinsuffizienz und einer EF ab 40 Prozent zugelassen. Auch die aktuelle EU-Zulassung umfasst diese Herzinsuffizienz-Indikation. Damit kann Finerenon bei passendem Befund eine zugelassene Option sein; der konkrete Zugang hängt zusätzlich von Verordnung und Erstattungsbedingungen ab. Die Zulassung erlaubt keine Übertragung der Finerenon-Daten auf alle Menschen mit stärker reduzierter EF. Swissmedic, EMA

SGLT2-Hemmer wurden zuerst aus der Diabetesbehandlung bekannt. Ihre Verschreibung bei Herzinsuffizienz bedeutet daher nicht, dass zusätzlich ein Diabetes diagnostiziert wurde. DAPA-HF schloss Menschen mit und ohne Diabetes ein. Bei einer EF bis 40 Prozent trat dort eine Herzinsuffizienz-Verschlechterung oder ein kardiovaskulärer Tod während median 18,2 Monaten bei 16,3 Prozent mit Dapagliflozin und bei 21,2 Prozent mit Placebo auf. Beide Gruppen erhielten ihre empfohlene Hintergrundtherapie. Diese Ergebnisse beschreiben einen zusätzlichen Nutzen in einer definierten Studienpopulation. DAPA-HF, 2019

Diuretika helfen, wenn Flüssigkeit zurückgehalten wird. Nach erfolgreicher Entstauung können Schuhe wieder passen und das Liegen leichter fallen. Dass solche Beschwerden nachlassen, beantwortet noch nicht, ob alle prognostisch wirksamen Medikamente passen. Umgekehrt kann eine Person eine geeignete Basistherapie erhalten und trotzdem zeitweise zusätzliche Entstauung benötigen. Das Team beurteilt den Flüssigkeitshaushalt zusammen mit Blutdruck, Nierenfunktion, Symptomen und Verlauf; die Anzahl der Toilettengänge allein genügt dafür nicht. Schweizer Herzstiftung, Behandlung

Ivabradin wirkt am Sinusknoten und setzt deshalb einen passenden Herzrhythmus voraus. Bei Vorhofflimmern beantwortet die Behandlung andere Fragen. Ob Ivabradin infrage kommt, hängt unter anderem vom Ruhepuls, der deutlich reduzierten EF und der bereits vertragenen Therapie ab. Intravenöses Eisen wird wiederum aufgrund eines Eisenmangels erwogen. Es ist keine allgemeine Behandlung von Müdigkeit. Vor einer Infusion werden Laborbefunde und mögliche Ursachen des Mangels besprochen; ein frei gekauftes Eisenpräparat ersetzt diese Entscheidung nicht. ESC, zusätzliche Therapie und Eisenmangel

Ein ICD überwacht den Rhythmus und kann bestimmte lebensbedrohliche Rhythmusstörungen behandeln. Eine CRT unterstützt dagegen die zeitliche Zusammenarbeit der Herzkammern, wenn die elektrische Erregung nicht passend abläuft. Manche Geräte verbinden beide Funktionen. Ein Implantat ersetzt die medikamentöse Behandlung und die Ursachenabklärung nicht. Zur Entscheidung gehören der erwartete Nutzen, mögliche Eingriffskomplikationen und die Bereitschaft zu Gerätekontrollen. Rehabilitation ergänzt diese Behandlung um Bewegung, Schulung und Alltagshilfen. ESC, Geräte und Versorgung

Krankheitsform und behandelbare Ursache verstehen

Die Ejektionsfraktion beschreibt den Anteil des Blutes, den die linke Herzkammer bei einem Herzschlag auswirft. Eine EF von beispielsweise 45 Prozent ist keine Prozentangabe der verbleibenden Lebensleistung. Auch zwei Menschen mit demselben Wert können unterschiedliche Beschwerden, Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten haben. Zur Diagnose gehören deshalb die körperliche Untersuchung und objektive Befunde. Die Echokardiografie zeigt zusätzlich Herzgrösse, Klappen und Hinweise auf Füllungsprobleme. Labor und EKG ergänzen das Bild. Schweizer Herzstiftung, Diagnostik

Bei HFrEF ist die Auswurffraktion nach der neuen Einteilung reduziert. Bei HFpEF kann die Kammer zwar einen erhaltenen Anteil auswerfen, sich aber unter ungünstigen Druckverhältnissen füllen. Menschen mit HFpEF brauchen deshalb ebenfalls eine Herzinsuffizienz-Behandlung. Die Auswahl berücksichtigt besonders die Begleiterkrankungen und den jeweiligen Befund. SGLT2-Hemmer und MRA gehören nach ESC 2026 zu den Grundbausteinen bei symptomatischer Herzinsuffizienz unabhängig von der EF. Für weitere Medikamente gelten unterschiedliche Empfehlungen. ESC-Leitlinie 2026

Eine Diagnose auf dem Arztbrief sollte auch eine Erklärung der vermuteten Ursache enthalten. Nach einem Herzinfarkt kann geschädigter Herzmuskel beteiligt sein. Bei anderen Menschen stehen eine Klappenerkrankung, eine Kardiomyopathie oder eine länger bestehende Belastung durch Bluthochdruck im Vordergrund. Rhythmusstörungen können den Verlauf zusätzlich verschlechtern. Je nach Verdacht braucht es weitere Untersuchungen. Ein Gespräch über familiäre Erkrankungen, frühere Behandlungen und den zeitlichen Beginn der Beschwerden hilft, diese Untersuchungen gezielt auszuwählen.

Die Ursachenbehandlung kann einen Eingriff, eine Rhythmusbehandlung oder eine andere spezialisierte Therapie umfassen. Welche Option sinnvoll ist, ergibt sich aus der Abklärung. Eine Verbesserung der EF nach Therapie ist erfreulich, beweist jedoch keine dauerhafte Heilung. Ob und wie Medikamente bei einer weitgehenden Erholung verändert werden können, muss das Team anhand von Ursache und Verlauf beurteilen. Ein Kontrollbefund ist daher ein Anlass für das gemeinsame Gespräch, keine Aufforderung zur eigenen Änderung. ESC, Fortführung der Basistherapie

Bringen Sie zum ersten ausführlichen Gespräch ältere Echokardiografieberichte und die aktuelle Medikamentenliste mit. Fragen Sie, welche Erklärung bereits gut belegt ist und welche Untersuchung noch eine konkrete Entscheidung verändern könnte. So lässt sich auch klären, weshalb ein älterer Brief HFmrEF nennt, während der aktuelle Plan von HFrEF spricht. Die neue Bezeichnung verändert die damaligen Messwerte nicht.

Die vier HFrEF-Bausteine unter Betreuung einführen

Bei symptomatischer HFrEF umfasst die Basistherapie üblicherweise einen ACE-Hemmer oder ARNI, einen evidenzbasierten Betablocker, einen MRA und einen SGLT2-Hemmer. Bei entsprechender Unverträglichkeit kann ein ARB die passende Alternative zum ACE-Hemmer oder ARNI sein. Mit den vier Bausteinen sind vier Medikamentenklassen gemeint. Manche Menschen benötigen weitere Medikamente zur Entstauung oder zur Behandlung anderer Erkrankungen; andere vertragen einzelne Klassen nur eingeschränkt. Der persönliche Plan muss diese Unterschiede erklären. ESC, grundlegende medikamentöse Therapie

Die neue HFrEF-Kategorie schliesst auch EF-Werte von 41 bis 49 Prozent ein. Für ACE-Hemmer, ARNI, ARB und Betablocker gibt es keine grosse prospektive Studie, die ausschliesslich diese Gruppe untersuchte. Die Leitlinie berücksichtigt weitere Studien- und Untergruppendaten. Ein Bericht über eine klassische HFrEF-Studie muss weiterhin sagen, welche EF-Grenze damals galt. Eine neue Kategorienbezeichnung macht aus einer Studie mit stärker reduzierter EF keine Untersuchung aller heute unter HFrEF eingeordneten Menschen. ESC, Evidenz nach EF-Bereich

Bei HFpEF wird das Vier-Klassen-Schema nicht unverändert als Standard übernommen. SGLT2-Hemmer und geeignete MRA haben hier einen eigenen Stellenwert. Blutdruckbehandlung, Entstauung und die Behandlung von Begleiterkrankungen kommen hinzu. ACE-Hemmer, ARB oder ARNI können in ausgewählten Situationen erwogen werden. Ein Betablocker kann etwa wegen einer anderen Indikation Teil des Plans sein. Die Begründung sollte sich auf die persönliche Situation beziehen und nicht allein auf die Anzahl der Tabletten.

Während der Einführung können mehrere Termine in kürzerem Abstand nötig sein. Das Team fragt nach Schwindel, Belastbarkeit und Stauungszeichen und kontrolliert je nach Medikament relevante Laborwerte. Nach einem Spitalaufenthalt sind solche Termine besonders hilfreich. In STRONG-HF verringerte eine ärztlich gesteuerte intensive Nachsorge mit Therapieanpassung und Kontrollen den kombinierten Endpunkt aus Wiederaufnahme wegen Herzinsuffizienz oder Tod. Das Studienprogramm war eine betreute Versorgung, keine Anleitung zur Selbstanpassung. STRONG-HF, 2022

Lassen Sie nach jeder Änderung eine aktuelle Liste ausstellen. Darauf sollte erkennbar sein, welches Mittel neu ist, welches ersetzt wurde und wann die nächste Kontrolle stattfindet. Wenn Ihnen mehrere Namen ähnlich vorkommen, vergleichen Sie die Wirkstoffe mit der Praxis oder Apotheke. Besprechen Sie auch, wie der Plan bei Erbrechen, Durchfall, einer Operation oder anderen akuten Erkrankungen gehandhabt wird. Ein schriftlicher Plan kann Nachfragen verkürzen, ohne dass Sie selbst eine Dosisentscheidung treffen müssen.

Nierenfunktion, Kalium, Blutdruck und Wechselwirkungen

Herz und Nieren beeinflussen sich gegenseitig. Eine Stauung kann die Nieren belasten; Medikamente können den Blutdruck, die Flüssigkeitsverteilung oder bestimmte Laborwerte verändern. Eine Veränderung der Nierenwerte verlangt deshalb eine gemeinsame Beurteilung von Verlauf und klinischem Zustand. Aus einem einzelnen Laborwert lässt sich zu Hause weder die Verträglichkeit des gesamten Plans noch eine geeignete Medikamentenänderung ableiten. Fragen Sie, welche Werte das Team verfolgt und wer Ihnen das Ergebnis erklärt.

Bei ACE-Hemmern, ARB, ARNI und MRA sind Kalium und Nierenfunktion besonders relevant. Eine Verschlechterung der Nierenfunktion oder erhöhtes Kalium kann Anpassungen nötig machen. Gleichzeitig kann ein voreilig beendetes Medikament einen Nutzen verlieren, der für Ihre Erkrankung vorgesehen war. Die behandelnde Fachperson wägt diese Fragen zusammen ab. Eine Blutentnahme ist deshalb Teil der Behandlung. Wenn die Laborkontrolle organisatorisch ausfällt, melden Sie sich bei der zuständigen Praxis, statt bis zur nächsten Routinebesprechung zu warten. ESC, Sicherheitsüberwachung

Niedriger Blutdruck wird zusammen mit Beschwerden bewertet. Wiederholter Schwindel beim Aufstehen, Schwäche oder Beinahe-Ohnmacht sollten Sie dem Team mitteilen. Notieren Sie, wann die Beschwerden auftreten und ob sich gleichzeitig Essen, Trinken, Erkrankungen oder Medikamente verändert haben. Wenn häusliche Blutdruckmessungen vereinbart sind, lassen Sie sich die Messung zeigen. Einzelne Zahlen ohne Messbedingungen führen leicht zu Fehlinterpretationen. Bei Ohnmacht, neuer schwerer Atemnot oder Brustschmerz braucht es sofort Hilfe.

Die vollständige Medikamentenliste umfasst auch rezeptfreie Schmerzmittel und Nahrungsergänzungen. Einige Schmerzmittel aus der Gruppe der nichtsteroidalen Antirheumatika können bei Herzinsuffizienz problematisch sein. Zusätzliche Kaliumpräparate oder kaliumhaltige Salzersatzprodukte gehören ebenfalls ins Gespräch. Bitten Sie die Praxis oder Apotheke um eine konkrete Beurteilung Ihrer Produkte. Die Bezeichnung natürlich beantwortet keine Frage nach einer Wechselwirkung. ESC, Begleitmedikation

Für SGLT2-Hemmer sollten Sie die vorgesehenen Hinweise bei akuter Krankheit und geplanten Eingriffen kennen. Sprechen Sie über Infektionsbeschwerden und ungewöhnliche Symptome, die eine rasche Abklärung brauchen. Lassen Sie sich erklären, was das Team unter einem Krankheitsplan versteht und welche Nummer Sie bei Unsicherheit erreichen. Solche Absprachen sind besonders nützlich, wenn mehrere Fachstellen Medikamente verordnen oder vor einer Operation unterschiedliche Unterlagen vorliegen. EMA, Sicherheitsinformationen Dapagliflozin

Für einen Kinderwunsch oder eine Schwangerschaft ist frühzeitig eine spezialisierte Besprechung der Herzkrankheit und der Medikamente erforderlich. Eine Beratung kann sichere Alternativen und Kontrollbedarf klären; eine eigenständige Umstellung birgt zusätzliche Risiken. Fragen Sie auch nach der zuständigen Fachperson, wenn eine Schwangerschaft unerwartet eintritt. ESC-Leitlinie 2026

Gewicht, Schwellungen und Atemnot mit einem Handlungsplan beobachten

Eine Gewichtszunahme kann auf zurückgehaltene Flüssigkeit hinweisen. Kleidung, Messzeitpunkt, Waage und andere alltägliche Einflüsse können das Gewicht ebenfalls verändern. Für vereinbarte Verlaufsmessungen hilft eine möglichst vergleichbare Situation. Der Gewichtsverlauf erhält mehr Bedeutung, wenn gleichzeitig die Schuhe enger werden, die Beine anschwellen oder Atemnot zunimmt. Dokumentieren Sie deshalb die Beschwerden und die konkrete Tätigkeit, bei der sie auftreten. Ein Eintrag wie Atemnot auf dem Weg vom Schlafzimmer ins Bad ist aussagekräftiger als eine unbeschriftete Zahl. Schweizer Herzstiftung, Symptome

Besprechen Sie Ihren üblichen Gewichtsbereich, persönliche Meldegrenzen und den passenden Kontaktweg. Es gibt hier keine allgemeine Gewichtsgrenze, aus der automatisch ein Notfall oder eine zusätzliche Diuretikadosis folgt. Auch ein unauffälliger Gewichtsverlauf schliesst eine Verschlechterung nicht aus. Wenn neue nächtliche Atemprobleme auftreten oder die Belastbarkeit deutlich abnimmt, braucht das Team diese Information unabhängig vom Gewicht. Der schriftliche Plan sollte sagen, wohin Sie sich während der Praxiszeiten und ausserhalb davon wenden.

Plötzlich schwere Atemnot, neue Brustschmerzen, Ohnmacht oder Verwirrtheit bei einer schweren Verschlechterung erfordern sofort den Rettungsdienst: Schweiz 144, Deutschland 112, Österreich 144. Warten Sie bei solchen Beschwerden nicht auf den nächsten Messwert oder einen Kontrolltermin. Schweizer Herzstiftung, Notfall, gesund.bund.de, Österreichisches Sozialministerium

Die Trinkmenge wird individuell vereinbart. Herzinsuffizienz allein begründet keine pauschale Flüssigkeitsbegrenzung für alle Betroffenen. Stauung, Nierenfunktion und bestimmte Laborbefunde können eine besondere Vorgabe erfordern. Hitze, Fieber, Erbrechen oder Durchfall verändern die Situation; klären Sie dafür einen Kontaktweg. Sprechen Sie ebenso über Essen, Durst und den Umgang mit sehr salzhaltigen Lebensmitteln. Ein Ernährungsplan muss in Ihren Alltag passen und darf nicht dazu führen, dass Sie wegen widersprüchlicher Ratschläge kaum noch essen oder trinken. ESC, individuelle Selbstfürsorge

Reha, Beruf, Sexualität und fortgeschrittene Erkrankung

Bei stabiler Herzinsuffizienz kann ein angepasstes Bewegungsprogramm helfen, den Alltag wieder verlässlicher zu gestalten. In einer kardialen Rehabilitation wird beurteilt, welche Belastung zu Herzbefund, Muskulatur und Begleiterkrankungen passt. Training kann mit Beratung zur Einnahme, zum Symptomverlauf und zur Rückkehr in den Alltag verbunden werden. Ein allgemeiner Zielpuls oder ein einheitliches Gehprogramm eignet sich nicht für alle. Bei akuter Verschlechterung wird zuerst die Erkrankung behandelt, bevor die Belastung gesteigert wird. Schweizer Herzstiftung, Lebensstil

Für den Beruf zählen konkrete Anforderungen. Ein Bürotag, regelmässiges Tragen schwerer Gegenstände und Schichtarbeit beanspruchen unterschiedlich. Beschreiben Sie in der Sprechstunde, welche Arbeitsschritte derzeit schwierig sind. Das erleichtert Absprachen zu Pausen, vorübergehend angepassten Aufgaben oder einer stufenweisen Rückkehr. Auch der Weg zur Arbeit gehört dazu. Sozialberatung kann beim Umgang mit Anträgen helfen; sie kann eine versicherungsrechtliche Entscheidung nicht vorwegnehmen.

Sexualität darf im Gespräch ausdrücklich vorkommen. Atemnot, Müdigkeit, Angst und Medikamentenwirkungen können Nähe und Sexualleben verändern. Fragen Sie nach einer Einschätzung der körperlichen Belastung und nach sicherer Behandlung möglicher Beschwerden. Verschweigen Sie dabei Medikamente gegen Erektionsstörungen nicht. Die Praxis kann mögliche Wechselwirkungen beurteilen. Ein offenes Gespräch ermöglicht konkrete Anpassungen, etwa eine günstigere Tageszeit oder weniger belastende Aktivitäten, ohne die eigene Belastbarkeit aus einem Internetwert abzuleiten.

Bei fortgeschrittener Herzinsuffizienz können Atemnot, Schlafprobleme und die Organisation des Tages stärker in den Vordergrund rücken. Symptomorientierte und palliative Unterstützung lässt sich mit einer kardiologischen Behandlung verbinden. Sie umfasst Gespräche über Ziele, Hilfen zu Hause und die Belastung von Angehörigen. Manche Menschen wünschen weitere invasive Möglichkeiten; andere möchten vor allem Beschwerden lindern und bestimmte Alltagsmomente erhalten. Das Team kann erklären, welche Behandlungen zu diesen Zielen passen und welche Belastungen damit verbunden sind. ESC, fortgeschrittene Herzinsuffizienz

Wenn ein ICD vorhanden ist, können auch seine Funktionen Teil einer Vorausplanung werden. Fragen zu späteren Behandlungssituationen gehören in ein ruhiges Gespräch mit dem spezialisierten Team. Angehörige können teilnehmen, wenn Sie das wünschen. Halten Sie die zuständigen Kontakte und Ihre besprochenen Wünsche schriftlich fest und nehmen Sie sie bei einem Spitalaufenthalt mit.

Erfahrungsberichte

Was Patienten erzählen

Die Erfahrungsberichte sind redaktionell verfasste, anonymisierte Beispiele auf Basis typischer Therapieverläufe. Sie ersetzen keine medizinische Beratung.

Alle Personen und Angaben in diesen Berichten sind frei erfunden. Die Zahlen veranschaulichen mögliche individuelle Verläufe und sind weder Studiendaten noch zugesagte Behandlungsergebnisse.

Bei plötzlich schwerer Atemnot, neuen Brustschmerzen, Ohnmacht oder Verwirrtheit bei schwerer Verschlechterung sofort den Rettungsdienst rufen: CH 144, DE 112, AT 144. Warten Sie bei solchen Beschwerden weder auf eine Gewichtsmessung noch auf den nächsten Kontrolltermin. Schweizer Herzstiftung, Bundesgesundheitsportal Deutschland, Sozialministerium Österreich.

Bericht 1

Erfolg

"Ich kann wieder eine Schicht planen, ohne den ganzen Tag danach abzuschreiben"

Sabine B., 58, Bern (CH)

Therapiedauer
12 Monate
Therapie
vier Medikamentenklassen bei HFrEF nach Verträglichkeit, kardiale Rehabilitation

Im Laden stehe ich seit fast dreissig Jahren. Schuhe verkaufen, Kartons holen, kurz ins Lager, wieder zurück. Dass ich dabei immer öfter stehen bleiben musste, erklärte ich mir mit dem Alter und den unregelmässigen Pausen. Zuhause setzte ich mich schon nach dem Ausziehen der Jacke hin. Mein Mann übernahm den Einkauf. Ich fand für alles eine Erklärung, bis ich beim Bettenbeziehen so ausser Atem kam, dass ich am Nachmittag einen Termin in der Hausarztpraxis vereinbarte.

Nach den Untersuchungen schickte mich meine Ärztin zur Kardiologie. Dort wurde eine Herzinsuffizienz mit eingeschränkter Pumpfunktion festgestellt. HFrEF stand im Brief. Ich las die Abkürzung mehrfach, als könnte ich dadurch besser verstehen, was mit mir passiert war. Die Kardiologin erklärte mir die Befunde am Ultraschallbild und besprach mit mir, welche Ursachen noch abgeklärt werden mussten. Am meisten beschäftigte mich die Arbeit. Meine erste Frage war, ob ich im nächsten Monat überhaupt wieder hinter die Verkaufstheke könnte.

Bericht 2

Erfolg

"Auf meinem Entlassungsbrief steht jetzt, wer den nächsten Termin macht"

Ralf K., 66, Köln (DE)

Therapiedauer
15 Monate
Therapie
medikamentöse HFrEF-Behandlung nach Infarkt, koordinierte hausärztliche und kardiologische Nachsorge

Der Infarkt war vorbei, bevor ich begriffen hatte, wie viel danach noch zu regeln war. Im Krankenhaus hörte ich viele Erklärungen. Zu Hause fiel mir bei der ersten Treppe auf, dass ich die Hälfte davon wieder vergessen hatte. Meine Frau legte die Entlassungsunterlagen auf den Küchentisch. Ich blätterte darin und suchte nach einem Satz, der mir sagte, ab wann ich wieder so leben könnte wie vorher. Den gab es nicht.

Die eingeschränkte Pumpfunktion und die Herzinsuffizienz wurden mir bei der Nachkontrolle nochmals erklärt. Ich war verärgert über meinen Körper und darüber, dass ich nach einem überstandenen Infarkt schon wieder als krank behandelt wurde. Die Kardiologin nahm das ziemlich nüchtern auf. Wir gingen durch, was behandelt werden sollte, welche Kontrollen nötig waren und welche Beschwerden ich früher melden sollte. Für die Ursachenbehandlung nach dem Infarkt und die Herzinsuffizienz habe ich verschiedene Medikamente. Das war am Anfang schwer auseinanderzuhalten.

Bericht 3

Erfolg

"Die Kissen zähle ich inzwischen für die Sprechstunde"

Helga S., 75, Graz (AT)

Therapiedauer
10 Monate
Therapie
Behandlung der HFpEF mit individuell ausgewählten Medikamenten und Behandlung der Begleiterkrankungen

Mein Enkel brachte mir ein zusätzliches Kissen aus dem Wohnzimmer. Das war im Winter, als ich nachts immer öfter höher liegen wollte. Ich hatte ihm gesagt, das sei bequemer für meinen Rücken. Zum Teil stimmte das auch. Allerdings bekam ich flach im Bett schlechter Luft und ging am Morgen nur noch langsam durch die Wohnung. Als meine Tochter bei einem Besuch meine geschwollenen Knöchel sah, bestand sie auf einem Termin. Ich hätte wahrscheinlich noch eine Woche gewartet.

Nach der Abklärung wurde eine Herzinsuffizienz mit erhaltener Ejektionsfraktion festgestellt. HFpEF. Den Ausdruck erhaltene Pumpfunktion hielt ich zunächst für eine gute Nachricht, mit der sich die Sache erledigt hätte. Die Ärztin erklärte mir, dass der gemessene Auswurfanteil meine Beschwerden nicht widerlegt. Sie besprach die Befunde mit mir und zeigte, warum mein Herz trotzdem Schwierigkeiten hatte. Seitdem brauche ich bei einem neuen Arzt nicht zu erklären, weshalb ich mit einem scheinbar guten Wert so müde bin. Ich nehme den Bericht mit.

Bericht 4

Erfolg

"Im Supermarkt bin ich wieder selbst für die Einkaufsliste zuständig"

Christian M., 63, Luzern (CH)

Therapiedauer
18 Monate
Therapie
kardiale Resynchronisation bei geprüfter Indikation, fortgesetzte medikamentöse Herzinsuffizienzbehandlung

Beim Gespräch über ein Gerät im Brustkorb stellte ich viele technische Fragen. Ich habe als Elektriker gearbeitet und konnte mir unter einem Impulsgeber etwas vorstellen. Ob ich damit wieder mit meinen Enkelkindern spazieren gehen könnte, fragte ich erst gegen Ende. Meine Partnerin sprach es an, weil ich selbst lieber über Batterien und Kontrollen redete. Sie hatte in den Monaten davor die meisten Einkäufe übernommen und wollte wissen, wie wir den Alltag nach dem Eingriff planen sollten.

Die Herzinsuffizienz war schon vorher behandelt worden. Trotz der Medikamente blieb ich bei kurzen Wegen oft stehen. In der Kardiologie wurden meine Untersuchungen zusammen angeschaut, auch das EKG. Das Team erklärte, weshalb eine kardiale Resynchronisation bei meiner Konstellation infrage kam. Es ging um das Zusammenspiel der Herzkammern. Ich bekam die Erklärung mehrmals, weil ich anfangs die Begriffe CRT und Defibrillator vermischte. Vor der Entscheidung besprachen wir auch, was das konkrete Gerät leisten soll und welche Funktionen es hat.

Bericht 5

In Anpassung

"Die Liste mit meinem Schwindel liegt neben dem Laptop"

Miriam R., 46, Hamburg (DE)

Therapiedauer
6 Monate
Therapie
Einführung und Anpassung mehrerer Medikamentenklassen bei HFrEF unter Blutdruck- und Laborkontrollen

Ich arbeite in einer kleinen Agentur und hatte schon vor der Diagnose oft kalte Hände und niedrigen Blutdruck. Wenn ich vom Schreibtisch aufstand, brauchte ich manchmal einen Moment. Das Herz wurde erst untersucht, als Atemnot und Erschöpfung dazukamen. Nach der Diagnose HFrEF dachte ich, die Tabletten würden meine Beschwerden nun rasch sortieren. Stattdessen hatte ich zunächst einen Kalender voller Kontrollen und wusste bei manchen Beschwerden kaum, ob sie zur Krankheit oder zur Behandlung gehörten.

Bei der Einführung der Medikamente wurde mein Blutdruck zum wiederkehrenden Gesprächsthema. Die Kardiologin fragte nach Schwindel, nach dem Aufstehen und danach, ob ich beinahe gestürzt sei. Dazu kamen Laboruntersuchungen und die Frage, welche anderen Medikamente ich nehme. Ich hatte noch nie so genau beschreiben müssen, was morgens zwischen Bett und Badezimmer passiert. Mit der Beschreibung "mir ist etwas komisch" konnte die Ärztin wenig anfangen. Seitdem schreibe ich auf, wann ich mich hinsetzen musste und was ich unmittelbar davor getan hatte.

Bericht 6

In Anpassung

"Beim nächsten Bluttest geht meine Frau mit, damit wir dieselbe Auskunft hören"

Otto H., 72, Wien (AT)

Therapiedauer
8 Monate
Therapie
abgestimmte Herzinsuffizienzbehandlung bei Nierenproblemen, regelmässige Kalium- und Nierenkontrollen

Ich habe nie gern Termine gemacht. Einen Zahnarztbesuch verschob ich früher ohne schlechtes Gewissen, eine Wartung am Auto dagegen nicht. Seit ich wegen Herzinsuffizienz behandelt werde und meine Nierenfunktion eingeschränkt ist, kann ich mit den Untersuchungen weniger grosszügig sein. In manchen Wochen steht schon der nächste Bluttest an, obwohl ich mich gerade erst an den letzten erinnert habe. Meine Frau führt einen Kalender, ich eine kleine Karte im Portemonnaie. Beide haben wir gebraucht.

Die Nierenprobleme waren schon bekannt, bevor die Herzinsuffizienz festgestellt wurde. Mit der neuen Behandlung musste geklärt werden, was für beides passt und welche Kontrollen notwendig sind. Ich höre in der Sprechstunde oft den Begriff Kalium. Am Anfang dachte ich, ein hoher oder niedriger Wert hätte immer dieselbe einfache Lösung. Die Ärztin erklärte mir, dass sie den Verlauf zusammen mit Nierenfunktion, Beschwerden und Medikamenten beurteilt. Seither lasse ich mir die nächste Handlung erklären, statt aus dem Laborblatt selbst eine Entscheidung zu machen.

Bericht 7

Frühe Phase

"Der nächste Kontrolltermin steht schon im Familienkalender"

David F., 39, Zürich (CH)

Therapiedauer
4 Wochen
Therapie
begonnene Behandlung einer nichtischämischen Kardiomyopathie mit Herzinsuffizienz, weitere Ursachenabklärung und frühe Nachsorge

Ich hatte die letzte Zeit als ziemlich anstrengende Phase verbucht. Zwei kleine Kinder, viel Arbeit und eine Erkältung, die lange nachhing. Beim Treppensteigen musste ich immer öfter stehen bleiben. Das passte schlecht zu meinem Bild von mir, also machte ich langsamer und sprach wenig darüber. Als ich auch in Ruhe Schwierigkeiten mit der Luft bekam, suchte ich medizinische Hilfe. Kurz danach lag ich im Spital und meine Partnerin musste die Kinderbetreuung umorganisieren.

Nach den Untersuchungen wurde eine nichtischämische Kardiomyopathie mit Herzinsuffizienz festgestellt. Den Namen konnte ich mir erst merken, nachdem ich ihn in mein Handy geschrieben hatte. Mir wurde erklärt, dass nach den bisherigen Befunden eine Erkrankung des Herzmuskels vorliegt und welche Ursachen weiter abgeklärt werden. Ich hatte gehofft, jemand könne mir sofort sagen, weshalb ausgerechnet ich betroffen bin. Einige Fragen sind vier Wochen nach der Diagnose noch offen. Wenn ich abends im Bett darüber nachdenke, fallen mir regelmässig weitere ein.

Bericht 8

Abgesetzt

"Mein Mann hörte den Husten durch die geschlossene Schlafzimmertür"

Renate W., 69, München (DE)

Therapiedauer
9 Monate, davon 6 Wochen seit dem ärztlich begleiteten Wechsel
Therapie
ACE-Hemmer wegen Husten beendet und durch einen Angiotensinrezeptorblocker ersetzt, übrige Herzinsuffizienzbehandlung fortgeführt

Im Mai sass ich morgens vor meinem Kaffee und war schon erschöpft. Nachts hatte ich immer wieder gehustet. Trocken, ohne dass danach irgendetwas leichter geworden wäre. Mein Mann zog ins Gästezimmer, weil er früh zur Arbeit musste. Ich war beleidigt, obwohl ich ihn verstanden habe. Am nächsten Morgen stritten wir dann wegen der offenen Fenster. Zwei Menschen mit zu wenig Schlaf finden immer etwas.

Die Herzinsuffizienz war zu diesem Zeitpunkt längst abgeklärt. Ich hatte einen Medikamentenplan und ging zu meinen Kontrollen. Deshalb wollte ich wegen eines Hustens kein grosses Fass aufmachen. In der Apotheke kaufte ich zunächst Hustenbonbons. Die halfen beim trockenen Gefühl im Mund, an den Nächten änderte sich wenig. Ich hatte auch Angst, der Husten könnte heissen, dass es mit dem Herzen wieder schlechter geworden war. Diese Frage behielt ich einige Tage für mich.

Bericht 9

Abgesetzt

"Die Tabletten für den Rücken hatte ich auf keiner Liste stehen"

Stefan A., 54, Salzburg (AT)

Therapiedauer
11 Monate Herzinsuffizienzbehandlung, 2 Monate seit dem Sicherheitsgespräch
Therapie
Selbstmedikation mit Ibuprofen beendet, ärztlich abgestimmter Schmerzplan und Herzinsuffizienzbehandlung fortgeführt

Meine Arbeit findet zum grossen Teil im Sitzen statt. Ich plane Lieferungen, telefoniere und steige danach mit steifem Rücken ins Auto. Seit Jahren liegt eine Packung Ibuprofen in der Schreibtischschublade. Ich kaufte sie selbst und dachte deshalb nicht daran, sie beim Gespräch über meine Herzmedikamente zu erwähnen. Gefragt hatte man mich nach den Medikamenten, die ich einnehme. In meinem Kopf waren damit die auf Rezept gemeint.

Als die Herzinsuffizienz festgestellt wurde, war ich mit anderen Fragen beschäftigt. Wie lange würde ich fehlen? Darf ich wieder fahren? Was sage ich meinem Chef? Ich bekam Untersuchungen und einen Behandlungsplan. Mit meiner Frau stellte ich die verschriebenen Mittel zu Hause ordentlich zusammen. Die Schublade im Büro blieb wie vorher. Wenn der Rücken schmerzte, nahm ich etwas daraus. An manchen Tagen auch, damit ich einen vollen Kalender nicht ändern musste.

Bericht 10

Erfolg

"Ich musste den freien Nachmittag nach dem Training zuerst einplanen"

Fatima D., 61, St. Gallen (CH)

Therapiedauer
12 Monate
Therapie
Intravenöse Eisenbehandlung bei abgeklärtem Eisenmangel und geeigneter Herzinsuffizienzkonstellation, fortgesetzte Medikamente und kardiale Rehabilitation

Ich habe lange in einer Grossküche gearbeitet. Wenn ich von Müdigkeit sprach, sagten andere, ich solle mich einmal richtig ausschlafen. Ich glaubte das selber. Nach der Diagnose Herzinsuffizienz wurde mein Arbeitspensum angepasst. Trotzdem sass ich nach kurzen Wegen oft zu Hause und konnte mich zu nichts aufraffen. Meine Schwester brachte Essen vorbei. Dabei hatte ich früher für die halbe Verwandtschaft gekocht.

In der Kardiologie wurde die Behandlung überprüft. Bei den Blutuntersuchungen fand das Team einen Eisenmangel und klärte dessen Ursache ab. Ich hatte damit gerechnet, dass ich einfach Tabletten kaufen könnte. Die Ärztin erklärte mir, weshalb sie in meiner Situation eine intravenöse Behandlung vorschlug und was dabei überwacht werden sollte. Wir sprachen auch über die Grenzen. Aus meinen Beschwerden allein liess sich nicht ableiten, welcher Anteil mit dem Eisenmangel zusammenhing.

Bericht 11

Erfolg

"Zum Besuch kommen sie jetzt nach dem Mittagsschlaf"

Walter L., 82, Hannover (DE)

Therapiedauer
14 Monate in der aktuellen unterstützenden Begleitung
Therapie
Fortgesetzte Herzinsuffizienzbehandlung mit symptomorientierter, pflegerischer und palliativmedizinischer Unterstützung

Meine Tochter wohnt eine knappe Autostunde entfernt. Früher fuhr ich häufig zu ihr. Ich habe bei den Enkeln Regale aufgebaut und im Garten die Rosen geschnitten. Im letzten Frühjahr schaffte ich die Fahrt nicht mehr. Schon das Anziehen kostete Kraft. Wenn meine Tochter fragte, ob sie kommen solle, sagte ich, es sei gerade ungünstig. Ich wollte nicht auf dem Sofa liegen, während sie sich Sorgen machte.

Die Herzinsuffizienz ist bei mir weit fortgeschritten. Mehrere Klinikaufenthalte liegen hinter mir, und daneben machen mir die Gelenke zu schaffen. Es gab keinen einzelnen Termin, an dem plötzlich alles geklärt war. In der Kardiologie sprachen wir darüber, welche Behandlung mir weiterhin helfen kann und wie die Beschwerden im Alltag begleitet werden. Ich sagte, dass ich meine Familie sehen möchte, ohne den ganzen Tag auf diesen Besuch hinarbeiten zu müssen.

Bericht 12

In Anpassung

"Im alten Brief steht noch ein anderer Name für meinen Befund"

Andrea T., 57, Innsbruck (AT)

Therapiedauer
7 Monate
Therapie
Herzinsuffizienzmedikamente nach Verträglichkeit, Rhythmusdiagnostik und Abklärung einer möglichen Schlafapnoe

Ich arbeite in der Buchhaltung und mag eindeutige Angaben. Eine Rechnung stimmt oder sie stimmt nicht. In meinem ersten Arztbrief stand HFmrEF. Darunter war eine Ejektionsfraktion von 44 Prozent angegeben. Ich suchte den Begriff zu Hause nach und schrieb mir drei verschiedene Kategorien in mein Notizbuch. Als bei einem späteren Gespräch HFrEF gesagt wurde, dachte ich sofort, die Krankheit habe sich verschlechtert.

Meine Kardiologin erklärte mir die neue Einteilung. Die ESC-Leitlinie von 2026 ordnet eine Ejektionsfraktion unter 50 Prozent der HFrEF zu. Die frühere eigene Kategorie HFmrEF wird dabei nicht mehr verwendet. Mein alter Brief dokumentiert den damaligen Befund mit der damaligen Bezeichnung. Das neue Wort allein ist kein Nachweis einer plötzlichen Verschlechterung. Die Ärztin betrachtete mit mir die Untersuchungen und meine Beschwerden. Ich hatte mich vorher an den Buchstaben festgebissen.

Bericht 13

Frühe Phase

"Die erste Woche zu Hause bestand aus vielen Rückfragen"

Philipp E., 48, Basel (CH)

Therapiedauer
5 Wochen seit der stationären Entstauung
Therapie
Herzinsuffizienzmedikamente, frühe Nachkontrollen und individuell vereinbarter Gewichts- und Symptomplan

Aus dem Spital nahm ich eine Tasche mit Kleidung und einen Stapel Unterlagen mit. Meine Partnerin hatte mich abgeholt. Auf der Fahrt sprachen wir kaum. Im Spital war die Flüssigkeitseinlagerung behandelt worden, und ich konnte wieder leichter atmen. Zu Hause standen aber sofort andere Fragen im Raum. Was darf ich am nächsten Morgen machen? Wen rufe ich an, wenn mir etwas auffällt? Und wer versteht diesen Entlassungsbrief?

Ich hatte geglaubt, ich würde mich hinlegen und mich dann jeden Tag etwas besser fühlen. In der ersten Woche war ich stattdessen oft angespannt. Schon der Gang zum Briefkasten wurde zu einer Art Test, den ich mir selbst auferlegte. Meine Partnerin wollte wissen, weshalb ich beim Zurückkommen so genau auf die Uhr schaue. Wir stritten kurz darüber. Danach erzählte ich ihr, dass ich Angst hatte, eine Verschlechterung zu übersehen.

Bericht 14

Frühe Phase

"Ich möchte zur Haltestelle gehen können, ohne unterwegs die Bank zu brauchen"

Gisela P., 70, Leipzig (DE)

Therapiedauer
6 Wochen
Therapie
Behandlung einer HFpEF mit Diabetes und Adipositas, gemeinsame Medikamentenplanung und begleiteter Bewegungsaufbau

Die Bank vor dem Bäcker liegt ungefähr in der Mitte meines Weges zur Haltestelle. In den letzten Monaten setzte ich mich dort häufig hin. Wenn eine Bekannte vorbeikam, sagte ich, ich geniesse die Sonne. Manchmal war es kalt und nass. Dann klang die Erklärung sogar für mich wenig überzeugend. Ich wollte trotzdem nicht jedes Mal über meine Atemnot sprechen. Wegen des Diabetes und meines Gewichts hatte ich schon oft Ratschläge bekommen, um die ich nicht gebeten hatte.

Bei der Untersuchung wurde eine Herzinsuffizienz mit erhaltener Ejektionsfraktion festgestellt. Die Kardiologin erklärte mir, dass die Pumpzahl allein nicht beschreibt, wie das Herz arbeitet. Sie besprach die Befunde zusammen mit den Beschwerden und den übrigen Erkrankungen. Ich fragte, ob das Wort erhalten bedeute, dass alles halb so schlimm sei. Sie nahm meine Einschränkung ernst. Danach konnte ich meiner Tochter erklären, weshalb auch ich eine Herzinsuffizienzbehandlung brauche.

Versorgung & Kosten

Vom ersten Gespräch zur Begleitung

1

Beschwerden und Verdacht abklären

Die hausärztliche Praxis erfragt Atemnot, Schwellungen, Belastbarkeit und Vorerkrankungen und untersucht Sie. Je nach Befund werden Labor, EKG und eine kardiologische Abklärung veranlasst; schwere akute Beschwerden gehören unmittelbar in die Notfallversorgung.

2

Herzbefund und Ursache zusammenführen

Die Kardiologie beurteilt unter anderem den Herzultraschall und entscheidet, welche weitere Diagnostik nötig ist. Sie sollten danach wissen, welche Herzinsuffizienzform vorliegt, welche Ursache vermutet wird und welche Begleiterkrankungen die Behandlung beeinflussen.

3

Therapie und Kontrollen vereinbaren

Das Behandlungsteam erklärt die vorgesehenen Medikamentenklassen und mögliche zusätzliche Verfahren. Zum Plan gehören eine aktuelle Medikamentenliste, konkrete Kontrolltermine und ein Kontaktweg für Beschwerden oder Fragen nach einer Änderung.

4

Alltag und weitere Begleitung organisieren

Nach einer Entlassung oder Therapieumstellung werden Verlauf, Labor und Verträglichkeit kontrolliert. Reha, spezialisierte Herzinsuffizienzambulanz oder Unterstützung zu Hause werden nach Bedarf einbezogen; persönliche Ziele geben den Gesprächen eine Richtung.

Eine Zulassung besagt, für welche Anwendung ein Arzneimittel behördlich beurteilt wurde. Die Leitlinie beschreibt den medizinischen Stellenwert. Die Kostenübernahme folgt zusätzlich den Regeln des Versicherungs- oder Versorgungssystems und der konkreten Verordnung. Diese drei Fragen können unterschiedliche Antworten haben. Das gilt besonders bei einer neuen Indikation wie Finerenon und bei Leistungen, für die eine vorgängige Bewilligung nötig ist.

Frage
Zugang und Verschreibung
Schweiz
Hausärztliche Praxis, Kardiologie oder spezialisierte Ambulanz; Zugang nach gewähltem Versicherungsmodell.
Deutschland
Hausärztliche und kardiologische Betreuung, bei Bedarf Klinikambulanz; regionale Wege berücksichtigen.
Österreich
Allgemeinmedizin, Innere Medizin und Kardiologie; Kassenstelle und regionales Angebot beachten.
Frage
Grundversicherung, GKV, ÖGK
Schweiz
Vergütung nach Leistungsvoraussetzungen; Arzneimittel anhand Spezialitätenliste, Indikation und allfälliger Limitatio beurteilen.
Deutschland
GKV-Leistungen nach medizinischen und leistungsrechtlichen Voraussetzungen; ein DMP ersetzt keine individuelle Verordnungsprüfung.
Österreich
Leistungen beim zuständigen Träger und Arzneimittel nach Erstattungsregeln; bestimmte Verordnungen benötigen Bewilligung.
Frage
Selbstbehalt und Kosten
Schweiz
Franchise, regulärer Selbstbehalt und gegebenenfalls Spitalbeitrag; erhöhte Arzneimittelselbstbehalte können gelten.
Deutschland
Arzneimittelzuzahlung nach gesetzlichen Regeln; Befreiung und Belastungsgrenze individuell.
Österreich
Rezeptgebühr pro Packung mit gesetzlichen Befreiungen und Obergrenze; weitere Eigenkosten abhängig von Leistung und Anbieter.
Frage
Begleitprogramme
Schweiz
Herzinsuffizienzambulanzen, Chronic-Care-Angebote und Herzgruppen je nach Region und Anbieter.
Deutschland
DMP chronische Herzinsuffizienz nach tatsächlichem regionalem Angebot und Einschlussbedingungen.
Österreich
Herzinsuffizienzambulanzen und strukturierte Begleitung nach regionalem Angebot.
Frage
Reha und Hilfsmittel
Schweiz
Medizinische Indikation, passende Leistung und gegebenenfalls Kostengutsprache.
Deutschland
Reha über zuständige Rentenversicherung oder Krankenkasse; Hilfsmittel nach Bedarf und Leistungsregeln.
Österreich
Reha-Antrag beim zuständigen Sozialversicherungsträger; Bewilligung und mögliche Zuzahlung.
Frage
Arzneimittelbehörden
Schweiz
Swissmedic; Erstattung zusätzlich im schweizerischen Versicherungssystem.
Deutschland
BfArM beziehungsweise bei zentraler EU-Zulassung EMA; Erstattung gesondert.
Österreich
BASG beziehungsweise bei zentraler EU-Zulassung EMA; Erstattung gesondert.

Die Versicherungsregeln finden sich beim BAG, beim deutschen Bundesgesundheitsministerium und bei der österreichischen Sozialversicherung. Ein allgemeiner monatlicher Eigenbetrag lässt sich daraus nicht ableiten: Packungsgrössen, Präparate, Versicherungsmodell und zusätzliche Leistungen unterscheiden sich.

Schweiz: Betreuung und Kostenbeteiligung zusammen klären

In der Schweiz kann die hausärztliche Praxis die laufende Betreuung mit der Kardiologie abstimmen. Nach einem Spitalaufenthalt sollten der Entlassungsbericht, die Medikamentenliste und geplante Laborprüfungen bei der weiterbetreuenden Praxis vorliegen. Falls eine Herzinsuffizienzambulanz beteiligt ist, fragen Sie nach der Arbeitsteilung. Sie sollten wissen, ob Fragen zu Schwindel oder Schwellungen zuerst dorthin oder in die Hausarztpraxis gehören. Auch eine Apotheke kann Unklarheiten auf der Medikamentenliste mit der Praxis klären.

In der obligatorischen Krankenpflegeversicherung beteiligen sich Erwachsene grundsätzlich mit ihrer gewählten Franchise und danach mit dem regulären Selbstbehalt von zehn Prozent bis höchstens CHF 700 pro Jahr. Für Spitalaufenthalte kommt grundsätzlich ein Beitrag von CHF 15 pro Tag hinzu; Ausnahmen sind vorgesehen. Diese Regeln ergeben keinen allgemeinen Höchstbetrag für alle denkbaren Eigenkosten. Bei bestimmten Arzneimitteln kann ein erhöhter Selbstbehalt gelten. BAG, Kostenbeteiligung, BAG, Arzneimittelselbstbehalt

Für eine neue Verordnung können Sie um eine Auskunft zur konkreten Packung, zum Selbstbehalt und zu einer allfälligen Limitatio bitten. Wenn eine Kostengutsprache erforderlich ist, sollte die Praxis erklären, wer sie beantragt und wann mit der Behandlung begonnen werden kann. Die Finerenon-Zulassung für Herzinsuffizienz begründet keine allgemeine Zusage für jede Erstattungssituation.

Eine kardiale Rehabilitation braucht eine medizinische Begründung und je nach Leistung eine Kostengutsprache. Fragen Sie vor Beginn, ob das geplante ambulante oder stationäre Angebot übernommen wird und welche zusätzlichen Kosten entstehen können. Fahrten, Unterkunftsfragen und Hilfe zu Hause sollten im selben Gespräch vorkommen, wenn sie Ihre Teilnahme beeinflussen. CSS, Rehabilitationsverfahren

Deutschland: DMP-Angebot und Zuzahlung unterscheiden

Ein DMP für chronische Herzinsuffizienz kann eine abgestimmte Betreuung unterstützen. Die Anforderungen stehen beim Gemeinsamen Bundesausschuss; ob Sie teilnehmen können, hängt auch von regionalen Verträgen, dem angebotenen Programm und den Einschlussbedingungen ab. Die geltende DMP-Regelung richtet sich an Menschen mit gesicherter chronischer Herzinsuffizienz bei systolischer Dysfunktion und bildgebend nachgewiesener EF bis 40 Prozent. Die neue ESC-Einteilung erweitert diese Teilnahmegrenze nicht automatisch. G-BA, Anlage 13, Fassung April 2026 Fragen Sie Ihre Krankenkasse und die Praxis nach dem tatsächlichen Angebot. Eine Teilnahme garantiert weder einen bestimmten Verlauf noch den Zugang zu jedem Präparat. Wenn kein DMP verfügbar ist, bitten Sie Ihre Praxis trotzdem um einen Kontrollplan und eine Abstimmung mit der Kardiologie. Halten Sie fest, wo Termine und Ergebnisse zusammengeführt werden. G-BA, DMP-Anforderungen

Für GKV-Arzneimittel beträgt die reguläre Zuzahlung zehn Prozent des Preises, mindestens EUR 5 und höchstens EUR 10, jedoch nicht mehr als der tatsächliche Preis. Es gibt Ausnahmen und Befreiungen. Die jährliche Belastungsgrenze beträgt grundsätzlich zwei Prozent der massgeblichen Bruttoeinnahmen, bei erfüllten Voraussetzungen für eine schwerwiegende chronische Erkrankung ein Prozent. Die Diagnose Herzinsuffizienz allein bestätigt diese Voraussetzungen nicht automatisch. Lassen Sie Ihre Situation von der Krankenkasse erläutern und bewahren Sie Belege auf. BMG, Zuzahlung und Erstattung

Für eine Reha kommen je nach Voraussetzungen Rentenversicherung oder Krankenkasse infrage. Antrag, medizinische Begründung und Zuständigkeit werden gesondert geklärt. Im Rahmen der Deutschen Rentenversicherung kann für stationäre Reha eine Zuzahlung von höchstens EUR 10 täglich anfallen, mit begrenzter Dauer und möglichen Befreiungen; ambulante Reha ist in diesem Rahmen grundsätzlich zuzahlungsfrei. Daraus lässt sich keine Aussage zu sämtlichen Angeboten anderer Träger ableiten. Deutsche Rentenversicherung

Österreich: Kassenweg, Bewilligung und Reha-Antrag

In Österreich können Allgemeinmedizin, Innere Medizin und Kardiologie die Behandlung gemeinsam begleiten. Eine Herzinsuffizienzambulanz kann bei komplexeren Verläufen hinzukommen. Erkundigen Sie sich, welche Stelle Ihre Befunde erhält und die nächsten Kontrollen veranlasst. Wenn Sie eine Wahlärztin oder einen Wahlarzt aufsuchen möchten, klären Sie vorab Honorar, Rechnung und mögliche Erstattung. Die Behandlung an einer Kassenstelle und ein privates Angebot können unterschiedliche Eigenkosten verursachen.

Die Rezeptgebühr beträgt 2026 grundsätzlich EUR 7,55 pro Packung. Befreiungen und eine Obergrenze gelten unter den gesetzlichen Voraussetzungen. Arzneimittel können je nach Erstattungsstatus und Verordnung zusätzlich bewilligungspflichtig sein. Ob dies für Ihr Präparat gilt, klären Praxis, Apotheke oder Versicherungsträger anhand der tatsächlichen Verordnung. Die EU-Zulassung eines Wirkstoffs beantwortet diese Erstattungsfrage noch nicht. Österreichische Sozialversicherung, Rezeptgebühr

Eine Rehabilitation wird beim zuständigen Sozialversicherungsträger beantragt. Der medizinische Antrag beschreibt Erkrankung, Einschränkungen und Rehaziele; der Träger entscheidet über die Bewilligung. Mögliche Zuzahlungen hängen unter anderem vom Einkommen und bestehenden Ausnahmen ab. Eine gewünschte Einrichtung oder ein bestimmter Termin lässt sich nicht pauschal zusagen. Fragen Sie auch nach ambulanten Möglichkeiten und Unterstützung beim Antrag, wenn eine längere Abwesenheit von zu Hause schwierig wäre. Pensionsversicherung, Antrag und Kosten

Spezialisten finden

Für die kardiologische Beurteilung sind Fachpersonen mit Erfahrung in Herzinsuffizienz hilfreich. Bei wiederholten Verschlechterungen, schwer verständlichen Befunden oder komplexer Medikamentenverträglichkeit kann eine spezialisierte Ambulanz sinnvoll sein. Eine elektrophysiologische Sprechstunde beurteilt bestimmte Rhythmus- und Gerätefragen. Bei fortgeschrittener Erkrankung kann ein Zentrum für weiterführende Therapien erklären, welche Optionen überhaupt zu Ihrer Situation passen. Die Überweisung sollte eine konkrete Frage enthalten, etwa die Geräteindikation oder den Umgang mit gleichzeitigem Nierenproblem.

Nutzen Sie die Arztsuche Ihrer Ärztekammer, kantonalen Ärztegesellschaft oder Kassenärztlichen Vereinigung und die Verzeichnisse Ihres Versicherers. Hausärztliche Praxen und behandelnde Spitäler kennen häufig regionale Angebote. Bei einer Suche im Internet sollten Fachgebiet, verantwortliche Einrichtung und Kontakt für Rückfragen erkennbar sein. Eine gute Organisation zeigt sich auch darin, dass Befunde an die weiterbetreuende Praxis gelangen und nach einer Änderung die nächste Kontrolle feststeht.

Für den Termin helfen ein aktueller Medikamentenplan, Entlassungsberichte, Echokardiografie- und Laborbefunde sowie kurze eigene Beobachtungen. Notieren Sie, was Sie wegen Atemnot oder Erschöpfung zuletzt nicht mehr tun konnten. Fragen Sie nach einer Erklärung der Ursache und nach dem Ziel jeder neu vorgeschlagenen Behandlung. Wenn unterschiedliche Fachstellen widersprüchliche Pläne ausstellen, bitten Sie um eine gemeinsame Abstimmung, bevor Sie etwas verändern.

Hilfen bei Pflege, Einkaufen oder Transport können die Versorgung erleichtern, selbst wenn die Herzmedikamente bereits passend eingestellt sind. Sprechen Sie solche Schwierigkeiten früh an. Das Team kann Sozialberatung, Pflege oder weitere Ansprechpersonen einbeziehen. Halten Sie abschliessend fest, welche Stelle für neue Beschwerden erreichbar ist, wer Ihre nächste Laborkontrolle organisiert und wann die Ergebnisse mit Ihnen besprochen werden.

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Studien & Updates

Aktuelle Evidenz

Aktuelle Evidenz

Studien zur Herzinsuffizienz untersuchen unterschiedliche Menschen und Ereignisse. Eine vermiedene Spitaleinweisung, ein Todesfall und ein dringlicher Behandlungstermin sind verschiedene Endpunkte. Kombinierte Endpunkte fassen solche Ereignisse zusammen. Ihr Rückgang beweist deshalb nicht automatisch, dass jeder einzelne Bestandteil seltener wurde. Die folgenden Ergebnisse beschreiben Gruppen während der jeweiligen Nachbeobachtung. Sie sagen weder eine persönliche Lebenszeit noch einen bestimmten Behandlungserfolg voraus.

Die Hazard Ratio (HR) vergleicht das zeitabhängige Auftreten eines Ereignisses zwischen Gruppen. Ein Risikoverhältnis (RR) vergleicht Risiken; ein Ratenverhältnis berücksichtigt Ereignisraten, gegebenenfalls einschliesslich wiederholter Ereignisse. Diese Kennzahlen sind nicht austauschbar. Prozentpunkte beschreiben hier den Abstand zweier absoluter Anteile. Vergleiche zwischen verschiedenen Studien ersetzen keinen direkten Vergleich zweier Medikamente.

1. ESC-Leitlinie 2026: neue Einteilung und gemeinsame Behandlungsgrundlagen

European Heart Journal, 2026; veröffentlicht am 28. August 2026. Die Europäische Gesellschaft für Kardiologie unterscheidet neu HFrEF mit linksventrikulärer Ejektionsfraktion unter 50 Prozent und HFpEF ab 50 Prozent. Die frühere Kategorie HFmrEF mit 41 bis 49 Prozent entfällt. Für ältere Arztbriefe und Studien bleiben die damals verwendeten Grenzen relevant. Eine Leitlinie bündelt Forschung und fachliche Empfehlungen; sie hat keine eigene randomisierte Teilnehmerzahl oder einheitliche Beobachtungsdauer.

SGLT2-Hemmer und Mineralokortikoidrezeptor-Antagonisten gehören gemäss der neuen Leitlinie bei symptomatischer Herzinsuffizienz unabhängig von der EF zur Grundlage der medikamentösen Behandlung. Bei HFrEF kommen weitere Klassen hinzu. Welche Substanz passt, hängt unter anderem von Nierenfunktion, Kalium und Blutdruck ab. Die neue Einteilung macht die Studienpopulationen von früher nicht nachträglich identisch. Sie liefert auch keine universelle Kombination für jeden Menschen mit Atemnot. ESC zur Leitlinie 2026, Originalleitlinie, DOI 10.1093/eurheartj/ehag100.

2. PARADIGM-HF: Sacubitril/Valsartan im Vergleich mit Enalapril

NEJM, 2014. Randomisiert wurden 8442 Menschen mit symptomatischer Herzinsuffizienz. Die EF-Grenze lag anfangs bei höchstens 40 Prozent und wurde später auf höchstens 35 Prozent gesenkt. Nach Ausschluss bestimmter Randomisierungen umfasste die Hauptanalyse 4187 Personen unter Sacubitril/Valsartan und 4212 unter Enalapril. Die mediane Nachbeobachtung betrug 27 Monate.

Kardiovaskulärer Tod oder erste Spitaleinweisung wegen Herzinsuffizienz traten bei 914 von 4187 Personen (21,8 Prozent) gegenüber 1117 von 4212 (26,5 Prozent) auf. Das entspricht 4,7 Prozentpunkten Unterschied; die HR betrug 0,80, das 95-Prozent-Konfidenzintervall 0,73 bis 0,87. Verglichen wurde mit einem wirksamen ACE-Hemmer zusätzlich zur damaligen übrigen Behandlung. Eine Vorphase verlangte Verträglichkeit beider Mittel, weshalb die Ergebnisse für besonders empfindliche Menschen nur begrenzt übertragbar sind. Die Studie endete wegen des beobachteten Nutzens vorzeitig. McMurray und Kollegen, Originalpublikation.

3. DAPA-HF: Dapagliflozin auch ohne Diabetes

NEJM, 2019. 4744 Erwachsene mit symptomatischer Herzinsuffizienz und EF bis 40 Prozent erhielten zusätzlich zur empfohlenen Behandlung Dapagliflozin oder Placebo. Während median 18,2 Monaten trat der kombinierte Endpunkt bei 386 von 2373 Personen (16,3 Prozent) unter Dapagliflozin und bei 502 von 2371 (21,2 Prozent) unter Placebo auf. Er umfasste eine Verschlechterung mit Spitaleinweisung oder dringlichem Besuch mit intravenöser Behandlung sowie kardiovaskulären Tod.

Der absolute Abstand betrug 4,9 Prozentpunkte; die HR lag bei 0,74, das 95-Prozent-Konfidenzintervall bei 0,65 bis 0,85. Menschen mit und ohne Diabetes profitierten. Die Studie untersuchte keine reine HFpEF-Population; relevante Hypotonie und schwere Einschränkungen der Nierenfunktion begrenzten den Einschluss. Das Ergebnis begründet eine Herzinsuffizienzbehandlung, ohne vorauszusetzen, dass bei jeder behandelten Person der Blutzucker erhöht ist. McMurray und Kollegen, Originalabstract.

4. EMPEROR-Reduced: Empagliflozin bei damals reduzierter EF

NEJM, 2020. 3730 Erwachsene mit symptomatischer Herzinsuffizienz und EF bis 40 Prozent erhielten Empagliflozin oder Placebo zusätzlich zur empfohlenen Therapie. Über median 16 Monate erlitten 361 von 1863 Personen (19,4 Prozent) gegenüber 462 von 1867 (24,7 Prozent) einen kardiovaskulären Tod oder eine erste Spitaleinweisung wegen Herzinsuffizienz. Der Abstand betrug 5,3 Prozentpunkte; die HR war 0,75 mit einem 95-Prozent-Konfidenzintervall von 0,65 bis 0,86.

Für kardiovaskulären Tod allein lag die HR bei 0,92, das Konfidenzintervall bei 0,75 bis 1,12. Diese Studie erbrachte dafür keinen gesonderten statistisch signifikanten Nachweis. Unkomplizierte Genitalinfektionen waren unter Empagliflozin häufiger. Die Zahlen erlauben keinen direkten Wirksamkeitsvergleich mit Dapagliflozin aus DAPA-HF, da Populationen und Beobachtungszeiten voneinander abwichen. Packer und Kollegen, Originalpublikation.

5. EMPEROR-Preserved: weniger kombinierte Ereignisse bei EF über 40 Prozent

NEJM, 2021. Die Studie schloss 5988 Erwachsene mit symptomatischer Herzinsuffizienz und EF über 40 Prozent ein. Damit umfasste sie Menschen aus der damaligen HFmrEF-Kategorie sowie mit erhaltener EF. Über median 26,2 Monate trat kardiovaskulärer Tod oder eine erste Spitaleinweisung wegen Herzinsuffizienz bei 415 von 2997 Personen (13,8 Prozent) unter Empagliflozin und 511 von 2991 (17,1 Prozent) unter Placebo auf.

Die HR betrug 0,79, das 95-Prozent-Konfidenzintervall 0,69 bis 0,90; der absolute Abstand lag bei 3,3 Prozentpunkten. Den Nutzen trugen vor allem weniger Spitaleinweisungen. Für kardiovaskulären Tod allein betrug die HR 0,91 mit einem Konfidenzintervall von 0,76 bis 1,09. Eine gesonderte Mortalitätssenkung wurde damit nicht bewiesen. Diabetes war keine Voraussetzung für den Nutzen. Eine EF ab 50 Prozent beschreibt nur einen Teil dieser Studienpopulation. Anker und Kollegen, Originalpublikation.

6. DELIVER: Dapagliflozin bei EF über 40 Prozent

NEJM, 2022. 6263 Erwachsene mit EF über 40 Prozent erhielten Dapagliflozin oder Placebo zusätzlich zur üblichen Versorgung. Auch Menschen mit zuvor reduzierter und inzwischen verbesserter EF konnten teilnehmen. Während median 2,3 Jahren kam es bei 512 von 3131 Personen (16,4 Prozent) gegenüber 610 von 3132 (19,5 Prozent) zu einer Verschlechterung der Herzinsuffizienz oder kardiovaskulärem Tod. Verschlechterung bedeutete ungeplante Spitaleinweisung oder dringlichen Besuch wegen Herzinsuffizienz.

Die HR lag bei 0,82, das 95-Prozent-Konfidenzintervall bei 0,73 bis 0,92; die absoluten Anteile unterschieden sich um 3,1 Prozentpunkte. Kardiovaskulärer Tod allein trat bei 7,4 gegenüber 8,3 Prozent auf, mit HR 0,88 und Konfidenzintervall 0,74 bis 1,05. Auch hier ist eine gesonderte Mortalitätssenkung nicht nachgewiesen. Der kombinierte Nutzen kann nicht als persönliche Garantie einer künftig vermiedenen Einweisung gelesen werden. Solomon und Kollegen, Originalpublikation.

7. STRONG-HF: strukturierte Betreuung nach einem Spitalaufenthalt

Lancet, 2022. Nach stationärer Behandlung einer akuten Herzinsuffizienz wurden 1078 Menschen randomisiert: 542 zur intensiven Nachsorge, 536 zur üblichen Versorgung. Die Studie erfasste unterschiedliche EF-Bereiche. Zur intensiven Betreuung gehörten ärztliche Medikamentenanpassungen und engmaschige klinische sowie Laboruntersuchungen.

Bis Tag 180 wurden Wiederaufnahme wegen Herzinsuffizienz oder Tod jeder Ursache bei 74 von 506 beziehungsweise 109 von 502 Personen in der publizierten Endpunktauswertung erfasst. Die adjustierten Kaplan-Meier-Schätzungen betrugen 15,2 gegenüber 23,3 Prozent. Diese Schätzwerte sind keine einfachen Brüche aus den genannten Ereigniszahlen. Der adjustierte absolute Unterschied betrug 8,1 Prozentpunkte; das Risikoverhältnis war 0,66 mit 95-Prozent-Konfidenzintervall 0,50 bis 0,86. Die offene, vorzeitig beendete Studie kann Betreuung und Medikamente nicht getrennt bewerten. Unerwünschte Ereignisse waren häufiger, schwere und tödliche Ereignisse ähnlich häufig. Das Vorgehen setzt fachliche Überwachung voraus. Mebazaa und Kollegen, Originalabstract.

8. FINEARTS-HF: Finerenon und wiederholte Verschlechterungen

NEJM, 2024. 6001 Erwachsene mit Herzinsuffizienz und EF ab 40 Prozent wurden randomisiert. Über median 32 Monate traten unter Finerenon 1083 primäre Ereignisse bei 624 von 3003 Personen auf, unter Placebo 1283 Ereignisse bei 719 von 2998. Der Endpunkt zählte erste und wiederholte Verschlechterungen der Herzinsuffizienz sowie kardiovaskulären Tod. Das Ratenverhältnis betrug 0,84, das 95-Prozent-Konfidenzintervall 0,74 bis 0,95.

Mindestens ein Ereignis betraf somit rund 20,8 gegenüber 24,0 Prozent der Personen. Diese Anteile ersetzen die Auswertung wiederholter Ereignisse nicht. Kardiovaskulärer Tod allein wurde nicht signifikant gesenkt; Hyperkaliämie trat häufiger auf. Die Studie belegt keinen Ersatz steroidaler MRA bei EF unter 40 Prozent. Solomon und Kollegen, Originalabstract.

Finerenon ist inzwischen für chronische symptomatische Herzinsuffizienz bei Erwachsenen mit EF ab 40 Prozent in der Schweiz und EU zugelassen. Swissmedic nennt den 9. Januar 2026 als Datum der Indikationserweiterung. Zulassung und individuelle Kostenübernahme müssen getrennt geklärt werden. Swissmedic-Zulassungsbericht, EMA-Produktinformation.

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FAQ, Glossar & Downloads

Häufige Fragen

Was unterscheidet HFrEF und HFpEF?+

Nach der ESC-Leitlinie 2026 bezeichnet HFrEF eine Herzinsuffizienz mit EF unter 50 Prozent, HFpEF eine mit EF ab 50 Prozent. Bei HFpEF können Füllung und Druckverhältnisse des Herzens gestört sein, obwohl der ausgeworfene Blutanteil erhalten ist. Beide Formen können Atemnot und eingeschränkte Belastbarkeit verursachen. EF allein stellt keine Diagnose. Beschwerden, Untersuchung und weitere Befunde gehören zusammen. Steht im älteren Arztbrief HFmrEF, fragen Sie nach der heutigen Einordnung und danach, welche Behandlung sich für Ihren Befund ergibt. ESC-Leitlinie 2026.

Ist Herzinsuffizienz heilbar?+

Bei manchen Ursachen kann sich die Herzfunktion deutlich erholen. Viele Betroffene benötigen dennoch eine langfristige Behandlung und Kontrollen. Eine höhere EF oder weniger Atemnot bedeutet keine gesicherte Heilung und erlaubt keinen eigenen Therapieabbruch. Ihr Team beurteilt die Ursache, den bisherigen Verlauf und das Risiko einer erneuten Verschlechterung. Auch bei fortgeschrittener Erkrankung lassen sich Beschwerden, Unterstützung zu Hause und persönliche Behandlungsziele besprechen. Fragen Sie konkret, welche Verbesserungen für Sie realistisch sind und welche Kontrollen nach einer Erholung weiterlaufen sollen. Schweizer Herzstiftung, Ratgeber Herzschwäche.

Warum bekomme ich ein Diabetesmittel?+

Dapagliflozin und Empagliflozin wurden zunächst als Diabetesmedikamente bekannt. Randomisierte Herzinsuffizienzstudien haben Nutzen auch bei Menschen ohne Diabetes gezeigt. Die Verordnung kann deshalb Ihrem Herzen gelten. Der Nutzen hängt von der passenden Indikation ab; die Tablette ersetzt keine übrige Behandlung. Lassen Sie sich erklären, worauf Sie bei Infekten, vermindertem Trinken oder einer geplanten Operation achten sollen und wer mögliche Behandlungspausen festlegt. Bei neuen Beschwerden nach Beginn melden Sie sich beim Team. Änderungen bleiben Teil des ärztlich vereinbarten Plans. DAPA-HF, EMPEROR-Preserved.

Was sind die vier Säulen?+

Für HFrEF umfasst dieser Ausdruck vier Wirkstoffklassen: eine Hemmung des Renin-Angiotensin-Systems, häufig mit ARNI, einen evidenzbasierten Betablocker, einen MRA und einen SGLT2-Hemmer. Auswahl und Einführung richten sich nach Ihrer Situation. Vier Klassen bedeuten weder vier beliebige Tabletten noch einen Plan zur eigenen Dosierung. Bei HFpEF betont die ESC 2026 SGLT2-Hemmer und MRA; weitere Klassen werden je nach Befund erwogen. Fragen Sie bei jedem Mittel nach seinem Zweck und den erforderlichen Kontrollen. Unterschiede zwischen steroidalen MRA und Finerenon gehören ebenfalls ins Gespräch. ESC-Leitlinie 2026.

Was gilt bei Schwindel oder niedrigen Blutdruckwerten?+

Neue oder zunehmende Beschwerden sollten Sie mit Ihrem Behandlungsteam besprechen. Notieren Sie Zeitpunkt, Körperhaltung, Begleitsymptome und, falls vereinbart, Blutdruck und Puls. Ein einzelner niedriger Messwert ist ohne Beschwerden und Verlauf schwer einzuordnen. Lassen Sie Medikamente nicht eigenständig weg und nehmen Sie keine zusätzliche Flüssigkeit nach einer allgemeinen Internetregel. Ursachen und das weitere Vorgehen werden individuell abgeklärt. Bei Ohnmacht, Brustschmerz oder schwerer Atemnot brauchen Sie sofort Hilfe. Für wiederkehrenden Schwindel vereinbaren Sie einen erreichbaren Kontakt und eine persönliche Handlungsregel. Schweizer Herzstiftung, Ratgeber.

Wie kontrolliere ich Gewicht und Schwellungen?+

Vereinbaren Sie mit dem Team, wie häufig und unter welchen Bedingungen Sie sich wiegen. Vergleichbare Messungen mit derselben Waage und ähnlicher Kleidung erleichtern die Beurteilung. Notieren Sie neue Knöchelschwellungen, Atemnot bei einer konkreten Tätigkeit und Veränderungen beim Schlafen. Ein Gewichtszuwachs kann Flüssigkeitseinlagerung anzeigen, hat aber auch andere mögliche Ursachen. Lassen Sie Ihre persönliche Meldegrenze und den Kontaktweg schriftlich festhalten. Bei Verschlechterung warten Sie nicht auf eine vollständig ausgefüllte Tabelle. Aus dem Gewichtsverlauf folgt keine selbständige Diuretikaanpassung. American Heart Association, Alltag mit Herzinsuffizienz.

Wie viel darf ich trinken?+

Eine feste Trinkgrenze gilt nicht für alle Menschen mit Herzinsuffizienz. Stauung, Nierenfunktion, Natriumwert, Hitze und weitere Erkrankungen beeinflussen die Empfehlung. Fragen Sie, welche Menge für Ihre aktuelle Situation vorgesehen ist, welche Getränke mitzählen und wann Sie Rücksprache brauchen. Bei einem Infekt mit Erbrechen oder Durchfall kann eine ältere Vereinbarung neu beurteilt werden müssen. Erhöhen oder vermindern Sie Ihre Trinkmenge nicht allein wegen eines Gewichtspunkts im Tracker. Eine konkrete schriftliche Abmachung vermeidet widersprüchliche Ratschläge aus dem Umfeld. ESC-Leitlinie 2021, Selbstfürsorge.

Kann ich trainieren und arbeiten?+

Bei stabiler Herzinsuffizienz kann angepasstes Training die Belastbarkeit unterstützen. Ein Rehaprogramm hilft, Umfang und Pausen an Beschwerden sowie Begleiterkrankungen anzupassen. Neue schwere Beschwerden oder eine aktuelle Verschlechterung erfordern medizinische Beurteilung, bevor die Belastung gesteigert wird. Die Rückkehr zur Arbeit hängt auch von körperlichen Anforderungen, Schichten und verfügbaren Pausen ab. Bringen Sie eine konkrete Tätigkeitsbeschreibung zum Gespräch mit. Fragen Sie nach schrittweisem Wiedereinstieg und gegebenenfalls arbeitsmedizinischer Beratung. Ein Aktivitätstagebuch dokumentiert Ihren Alltag, erteilt aber keine Trainings- oder Arbeitsfreigabe. ESC-Leitlinienportal Herzinsuffizienz.

Wann brauche ich ICD oder CRT?+

Ein ICD behandelt bestimmte gefährliche schnelle Herzrhythmusstörungen. Eine CRT stimmt die Kontraktion der Herzkammern bei geeigneten Befunden besser aufeinander ab. Die Entscheidung berücksichtigt unter anderem EF, Ursache, EKG, bisherige Behandlung und Ihre Gesamtsituation. Eine einzelne EF-Zahl reicht zur persönlichen Entscheidung nicht aus. Fragen Sie nach dem erwarteten Nutzen für Ihren Befund, möglichen Eingriffskomplikationen und der Nachsorge. Geräte ersetzen die medikamentöse Behandlung meist nicht. Bei fortgeschrittener Erkrankung können auch persönliche Ziele und die zukünftige Betreuung des Geräts besprochen werden. AHA/ACC/HFSA-Leitlinie, Gerätebehandlung.

Wann muss ich sofort Hilfe holen?+

Plötzlich schwere Atemnot, neue starke Brustschmerzen, Ohnmacht oder schwere Verschlechterung mit Verwirrtheit erfordern sofortige Hilfe. Rufen Sie in der Schweiz 144, in Deutschland 112 und in Österreich 144. Warten Sie weder auf einen Gewichtsanstieg noch auf die Antwort eines Trackers oder den nächsten Termin. Zunehmende Schwellungen, neue nächtliche Atemprobleme oder schleichend schlechtere Belastbarkeit sollten Sie früh nach Ihrem persönlichen Plan mit dem Behandlungsteam besprechen. Lassen Sie sich vorab sagen, wen Sie ausserhalb der Sprechzeiten erreichen. CH: Schweizer Herzstiftung, DE: Bundesgesundheitsportal, AT: Sozialministerium.

Glossar

Ejektionsfraktion, EF
Anteil des Blutes, den die linke Herzkammer pro Schlag auswirft, angegeben in Prozent. Sie beschreibt keine verbleibende Lebenszeit.
HFrEF
Herzinsuffizienz mit reduzierter EF. Nach ESC 2026 liegt die EF unter 50 Prozent; ältere Publikationen verwendeten andere Grenzen.
HFpEF
Herzinsuffizienz mit erhaltener EF ab 50 Prozent nach ESC 2026. Störungen der Herzfüllung können trotz erhaltener EF Beschwerden verursachen.
Frühere Kategorie HFmrEF
Bezeichnete eine Herzinsuffizienz mit leicht reduzierter EF von 41 bis 49 Prozent. Die ESC hat diese eigene Kategorie 2026 aufgehoben.
Entstauung
Behandlung überschüssiger Flüssigkeit, etwa mit Diuretika. Beschwerden und klinische Befunde bestimmen, wie die Wirkung beurteilt wird.
ARNI
Angiotensin-Rezeptor-Neprilysin-Inhibitor. Sacubitril/Valsartan kombiniert zwei Wirkprinzipien zur Behandlung geeigneter Herzinsuffizienz.
MRA
Mineralokortikoidrezeptor-Antagonist. Diese Klasse umfasst steroidale Wirkstoffe sowie Finerenon; Indikationen und Studien unterscheiden sich.
SGLT2-Hemmer
Wirkstoffklasse, die einen Transporter in der Niere hemmt. Einige Wirkstoffe behandeln Herzinsuffizienz auch ohne Diabetes.
NT-proBNP
Im Blut bestimmter Marker für Belastung des Herzens. Die Interpretation berücksichtigt unter anderem Nierenfunktion und die klinische Situation.
ICD
Implantierbarer Defibrillator zur Behandlung bestimmter gefährlicher Rhythmusstörungen. Er übernimmt eine andere Aufgabe als eine CRT.
CRT
Kardiale Resynchronisationstherapie mit einem implantierten System. Sie koordiniert die Kontraktion bei ausgewählten Störungen der elektrischen Erregung.
Eisenmangel
Zu geringe Verfügbarkeit von Eisen, die mit geeigneten Laborwerten abgeklärt wird. Bei Herzinsuffizienz kann er auch ohne Blutarmut relevant sein.

Die Einteilung folgt der ESC 2026. Erklärungen zu Blutuntersuchungen, Eisenmangel und Geräten sowie Wirkstoffklassen erläutern die weiteren Begriffe. Bei älteren Befunden bleibt das Datum der verwendeten Einteilung sichtbar.

Downloads & Tools

Die Fragenliste für die Sprechstunde, das Tagebuch zum Ausdrucken und die leere CSV-Tagebuchvorlage stehen als eigene Dateien bereit. Die Vorlagen dokumentieren Beobachtungen für das Behandlungsgespräch und enthalten keine Anleitung zur Änderung von Medikamenten.

Fragenliste für das Behandlungsgespräch

Markieren Sie vor dem Termin die Fragen, für die Sie zuerst eine Antwort brauchen. Nehmen Sie Ihre aktuelle Medikamentenliste sowie vorhandene Entlassungsberichte mit. Eine Begleitperson kann Antworten notieren, wenn Sie das wünschen.

  1. Welche Ursache meiner Herzinsuffizienz ist bekannt, und welche Abklärungen stehen noch aus?
  2. Welchem Phänotyp entspricht mein Befund nach der heutigen Einteilung, und wie wurde er festgestellt?
  3. Welches persönliche Behandlungsziel vereinbaren wir für meinen Alltag und den nächsten Kontrolltermin?
  4. Welchen Zweck hat jedes meiner Medikamente, und welche Klassen kommen für mich infrage?
  5. Welche Nebenwirkungen soll ich melden, und was vereinbaren wir bei Verträglichkeitsproblemen?
  6. Soll ich zu Hause Blutdruck und Puls messen, und wie beurteilen wir Werte zusammen mit Beschwerden?
  7. Wie beeinflusst meine Nierenfunktion die Behandlung und die erforderlichen Kontrollen?
  8. Wann kontrollieren wir Kalium, und welche zusätzlichen Medikamente oder Präparate können den Wert verändern?
  9. Welche Untersuchungen finden wann statt, und wer bespricht die Ergebnisse mit mir?
  10. Unter welchen Bedingungen soll ich mein Gewicht dokumentieren, und welcher Vorwert eignet sich zum Vergleich?
  11. Welche Veränderungen gehören in meinen persönlichen Handlungsplan, und wen kontaktiere ich dann?
  12. Welche Trinkmenge empfehlen Sie mir aktuell, und wann muss die Empfehlung neu beurteilt werden?
  13. Welche Schmerzmittel und frei verkäuflichen Präparate kann ich verwenden, und was sollte ich vermeiden?
  14. Welche Bewegung passt zu meinem Befund, und wie plane ich Arbeit, Pausen und einen möglichen Wiedereinstieg?
  15. Kommt eine kardiale Rehabilitation infrage, und wer unterstützt den Antrag?
  16. Besteht bei mir eine Indikation für ICD oder CRT, und welchen Nutzen sowie welche Risiken erwarten Sie?
  17. Welche Kostenübernahmen müssen wir vor Medikamenten, Reha oder Geräten individuell klären?
  18. Welche Telefonnummer nutze ich tagsüber und ausserhalb der Sprechzeiten, und wann rufe ich direkt den Rettungsdienst?

Tagebuch zum Ausdrucken

Name oder selbst gewähltes Kürzel: ____________________

Zeitraum: ____________________

Vereinbarter Kontakt und Telefonnummer: ____________________

Datum des persönlichen Handlungsplans: ____________________

Datum
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Gewicht in kg und Messbedingungen
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Atemnot bei welcher Tätigkeit?
__________
Schwellungen
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Schlaf und nächtliche Beschwerden
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Vereinbarte Therapie dokumentiert
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Blutdruck/Puls, nur falls vereinbart
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Kontakt oder vereinbarter nächster Schritt
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Datum
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Gewicht in kg und Messbedingungen
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Atemnot bei welcher Tätigkeit?
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Schwellungen
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Schlaf und nächtliche Beschwerden
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Vereinbarte Therapie dokumentiert
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Blutdruck/Puls, nur falls vereinbart
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Kontakt oder vereinbarter nächster Schritt
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Datum
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Gewicht in kg und Messbedingungen
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Atemnot bei welcher Tätigkeit?
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Schwellungen
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Schlaf und nächtliche Beschwerden
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Vereinbarte Therapie dokumentiert
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Blutdruck/Puls, nur falls vereinbart
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Kontakt oder vereinbarter nächster Schritt
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Datum
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Gewicht in kg und Messbedingungen
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Atemnot bei welcher Tätigkeit?
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Schwellungen
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Schlaf und nächtliche Beschwerden
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Vereinbarte Therapie dokumentiert
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Blutdruck/Puls, nur falls vereinbart
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Kontakt oder vereinbarter nächster Schritt
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Datum
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Gewicht in kg und Messbedingungen
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Atemnot bei welcher Tätigkeit?
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Schwellungen
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Schlaf und nächtliche Beschwerden
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Vereinbarte Therapie dokumentiert
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Blutdruck/Puls, nur falls vereinbart
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Kontakt oder vereinbarter nächster Schritt
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Datum
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Gewicht in kg und Messbedingungen
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Atemnot bei welcher Tätigkeit?
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Schwellungen
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Schlaf und nächtliche Beschwerden
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Vereinbarte Therapie dokumentiert
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Blutdruck/Puls, nur falls vereinbart
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Kontakt oder vereinbarter nächster Schritt
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Datum
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Gewicht in kg und Messbedingungen
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Atemnot bei welcher Tätigkeit?
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Schwellungen
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Schlaf und nächtliche Beschwerden
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Vereinbarte Therapie dokumentiert
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Blutdruck/Puls, nur falls vereinbart
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Kontakt oder vereinbarter nächster Schritt
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Bei fehlender Messung bleibt das Feld leer; ergänzen Sie den Grund, wenn er für das Gespräch hilfreich ist. Eine vergessene Einnahme wird als Beobachtung notiert und nach dem vereinbarten Plan besprochen. Das Tagebuch enthält keine Empfehlung, Einnahmen nachzuholen oder die Dosis zu verändern. Nutzen Sie bei schweren Beschwerden sofort den beschriebenen Notrufweg.

Tool 1: Gewichts- und Symptomzeitachse

Zweck und Eingaben. Die Zeitachse ordnet vorhandene Beobachtungen nach Datum. Pro Eintrag werden Datum, Uhrzeit, Gewicht in Kilogramm, Messbedingungen, Atemnot bei einer benannten Tätigkeit, Schwellungen und eine kurze Schlafnotiz erfasst. Blutdruck in mmHg und Puls pro Minute bleiben optionale Felder, sofern vereinbart. Ein frei wählbarer früherer Gewichtseintrag dient als Vergleich. Kontaktnotizen halten fest, wann eine Praxis informiert wurde; sie bestätigen keine ärztliche Rückmeldung.

Berechnung. Gewichtsänderung in kg = aktuelles Gewicht minus Gewicht des ausgewählten früheren Eintrags. Die Ausgabe zeigt beide Datumsangaben, beide Gewichte und die Differenz mit Vorzeichen. Die Punkte werden in zeitlicher Reihenfolge angezeigt, mit sichtbaren Lücken für fehlende Tage. Eine Linie zwischen zwei Punkten stellt keine Messung an den dazwischenliegenden Tagen dar. Symptomnotizen stehen neben dem jeweiligen Datum, ohne aus ihnen eine Diagnose zu berechnen.

Eingabeprüfung und Ausgabe. Das Datum muss gültig sein, ein Zukunftsdatum wird als geplanter Eintrag getrennt und nicht ausgewertet. Kilogrammangaben benötigen eine positive endliche Zahl; Komma und Punkt werden als Dezimalzeichen akzeptiert. Ein leerer Eintrag bleibt fehlend und wird niemals zu null kg. Doppelte Datums- und Zeitangaben müssen vor dem Vergleich bestätigt oder korrigiert werden. Bei unterschiedlicher Waage oder Kleidung zeigt die Ausgabe den Hinweis auf eingeschränkte Vergleichbarkeit. Fehlt einer der beiden Werte, erscheint keine Differenz. Die Anzeige rundet auf eine Dezimalstelle, bewahrt die Eingabe aber unverändert auf.

Beispiel. Im frei erfundenen Beispiel stehen am 1. Oktober 74,6 kg und am 5. Oktober 75,1 kg, jeweils morgens mit derselben Waage. Die Rechnung lautet 75,1 minus 74,6 = plus 0,5 kg. Neben dem zweiten Datum steht eine neue Knöchelschwellung. Die Anzeige dokumentiert diese Beobachtung und den vereinbarten Kontaktweg. Daraus entstehen weder eine Erklärung der Ursache noch eine Medikamentenempfehlung.

Grenzen und Gespräch. Es gibt keine allgemeine automatische Alarmgrenze und keinen Zustand mit garantierter Entwarnung. Ein unauffälliger Gewichtstrend schliesst eine gefährliche Verschlechterung nicht aus. Meldegrenzen und Vorgehen werden im persönlichen ärztlichen Plan festgelegt. Neue Beschwerden werden entsprechend diesem Plan besprochen; schwere Atemnot, Brustschmerz oder Ohnmacht erfordern sofort Hilfe. Das Tool berechnet keine Diuretikadosis und empfiehlt keine Trinkmengenänderung.

Datenschutz. Vorgesehen ist eine lokale Speicherung ohne Benutzerkonto oder automatische Übertragung. Vor einer digitalen Nutzung muss erkennbar sein, ob diese Speicherung tatsächlich angeboten wird. Ein Export als Tabelle oder PDF wird bewusst ausgelöst und kann ein Kürzel statt eines Namens verwenden. Auf gemeinsam genutzten Geräten werden Einträge nach dem Export gelöscht. Papierausdrucke und Exportdateien enthalten Gesundheitsdaten und werden nur an selbst gewählte Empfänger weitergegeben. Die Tabelle funktioniert auch vollständig auf Papier.

Tool 2: Alltagsaktivität im Verlauf

Zweck und Eingaben. Dieser Tracker hält fest, wie eine selbst gewählte Alltagstätigkeit verläuft, beispielsweise ein begleiteter Spaziergang. Erfasst werden Datum, Tätigkeit, tatsächlich beobachtete Dauer in Minuten, Pausen sowie der Grund einer Einschränkung. Ein dokumentierter Tag kann ausdrücklich null Minuten enthalten, wenn die Tätigkeit nicht durchgeführt wurde. Ein Tag ohne Eintrag bleibt fehlend. Die freie Beschwerdebeschreibung ist kein validierter Fragebogen und verwendet keine KCCQ-Fragen.

Berechnung. Für einen ausgewählten Zeitraum gilt: mittlere Dauer in Minuten pro dokumentiertem Tag = Summe der eingetragenen Minuten geteilt durch die Anzahl der Tage mit vorhandenem Minutenwert. Zusätzlich werden die Zahl dieser Tage, die Zahl fehlender Tage, die Summe und die kleinste sowie grösste vorhandene Dauer gezeigt. Mehrere Einträge derselben Tätigkeit an einem Tag werden als Tageswert addiert; unterschiedliche Tätigkeiten werden getrennt ausgewertet. Bei null dokumentierten Tagen gibt es keinen Mittelwert.

Eingabeprüfung und Ausgabe. Minutenwerte müssen endlich und mindestens null sein. Werte über 1440 Minuten pro Kalendertag werden abgelehnt, weil sie die Tageslänge überschreiten. Dezimalwerte sind möglich, doppelte Einträge verlangen eine Bestätigung. Das Ende des Zeitraums darf nicht vor dem Beginn liegen. Zukunftstage gehen nicht in die Statistik ein. Eine Wochenansicht zeigt beobachtete Werte und freie Notizen, ohne daraus Belastungsklassen oder Zielwerte abzuleiten. Mittelwerte erscheinen mit einer Dezimalstelle und immer zusammen mit der Datenzahl.

Beispiel. Für fünf vergangene Tage wurden 8, 10, 0 und 12 Minuten Spaziergang dokumentiert; ein Tag fehlt. Die Summe beträgt 30 Minuten, geteilt durch vier dokumentierte Tage ergeben sich 7,5 Minuten. Die Ausgabe nennt vier dokumentierte und einen fehlenden Tag sowie 0 und 12 Minuten als kleinsten und grössten Wert. Die Null steht hier für einen tatsächlich dokumentierten Tag ohne Spaziergang. Sie ersetzt den fehlenden Tag nicht. Unterschiedliche Begleitung oder Wetterbedingungen können in der Notiz stehen.

Grenzen und Gespräch. Der Mittelwert beschreibt die Aufzeichnungen. Er misst weder die Pumpfunktion noch die Sicherheit einer Belastung und berechnet keine NYHA-Klasse, Sterbewahrscheinlichkeit oder Lebenserwartung. Mehr Minuten können durch einen leichteren Weg entstehen; weniger Minuten können an einem Termin liegen. Bringen Sie deshalb die Notizen zusammen mit den Zahlen zum Gespräch. Eine neue Verschlechterung wird früh nach Ihrem persönlichen Plan besprochen. Für eine Trainingssteigerung brauchen Sie die vereinbarte fachliche Begleitung. Schwere Beschwerden erfordern sofort Hilfe, auch bei bisher steigenden Aktivitätswerten.

Datenschutz und Nutzung. Erfassung auf Papier oder lokal ohne automatische Übertragung ist vorgesehen. Export und Weitergabe erfolgen nur auf eigene Entscheidung. Die Digitalfassung muss Speicherort, Löschfunktion und etwaige Übertragungen vor der ersten Eingabe offenlegen. Der Tracker enthält eine eigene Beobachtungsstruktur, keine übernommenen lizenzierten Testfragen. Ein lizenzpflichtiger KCCQ kann dadurch nicht ersetzt werden. Wählen Sie für die nächste Besprechung den Zeitraum, der Ihre konkrete Frage an das Team am besten dokumentiert.

Newsletter: Neue Beiträge zu Herzinsuffizienz ordnen Behandlung, Nachsorge und Studienergebnisse nach den untersuchten Patientengruppen ein. Sie erläutern auch Änderungen von Leitlinien und Zulassungen, damit Sie diese beim nächsten Behandlungsgespräch gezielt ansprechen können.

Diese Inhalte ersetzen keine medizinische Beratung.

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