Bericht 1
Erfolg"Beim Einkaufen plane ich wieder nach der Liste"
Claudia B., 64, Bern (CH)
- Therapiedauer
- 12 Monate
- Therapie
- ärztlich gewählter DOAK und medikamentöse Frequenzkontrolle
Ich hatte früher für jede Einkaufstour eine Reihenfolge. Brot, Gemüse, Käse, am Schluss das Katzenfutter. Als das Herzklopfen anfing, ordnete ich den Laden nach Sitzgelegenheiten. An manchen Tagen konnte ich normal durch die Gänge gehen, an anderen musste ich schon beim Eingang stehen bleiben. Das machte mich vor allem ärgerlich. Ich wollte meine Pensionierung mit kleinen Ausflügen beginnen und sass stattdessen zu Hause mit dem Telefon neben mir.
Das EKG in der Praxis zeigte Vorhofflimmern. Meine Hausärztin überwies mich zur Kardiologie, wo wir meine bisherigen Erkrankungen und Medikamente durchgingen. Wegen meines Blutdrucks war ich ohnehin regelmässig in Behandlung. Ich hatte angenommen, wir würden jetzt eine Tablette gegen das Herzklopfen auswählen und die Sache wäre erledigt. Im Gespräch entstanden zwei getrennte Fragen: Wie bekomme ich die Beschwerden besser in den Griff, und welchen Schutz vor Blutgerinnseln brauche ich? Ich schrieb mir beide auf den Umschlag meiner Terminbestätigung.
Für den Schlaganfallschutz erhielt ich einen direkten oralen Gerinnungshemmer, einen DOAK. Daneben kam ein Medikament zur Frequenzkontrolle dazu. Die Kardiologin erläuterte mir die Auswahl anhand meiner Befunde, einschliesslich der Nierenfunktion. Als ich fragte, ob ich den Gerinnungshemmer an ruhigen Tagen auslassen könne, sagte sie klar, dass ich nach dem vereinbarten Plan weiternehmen solle. Ob sich die Behandlung später ändere, besprechen wir bei den Kontrollen. Die aktuelle ESC-Leitlinie trennt die Beurteilung des Schlaganfallrisikos von der Behandlung der spürbaren Rhythmusbeschwerden.
Die ersten Wochen verliefen keineswegs glatt. Ich stand morgens langsamer auf, weil ich mich gelegentlich benommen fühlte. In der Praxis erzählte ich davon, statt einfach auf die nächste Jahreskontrolle zu warten. Wir besprachen die Beschwerden und meine Blutdruckaufzeichnungen. Ich bekam einen angepassten ärztlichen Plan und einen früheren Folgetermin. Meine Freundin hatte mir geraten, die Tabletten probeweise wegzulassen. Sie meinte es freundlich. Ich habe es nicht gemacht.
Beim Putzen entdeckte ich einen kleinen blauen Fleck am Unterarm. Den fotografierte ich und zeigte ihn später der Ärztin. Ich wollte wissen, bei welchen Zeichen ich sofort Hilfe brauche und wann ich die Praxis kontaktieren soll. Die Antwort liess ich mir aufschreiben. Seitdem trage ich auch die Medikamentenliste in meiner Tasche. Als meine Zahnärztin eine Behandlung plante, gab ich ihr die Liste gleich beim ersten Gespräch. Die Gerinnungshemmung lasse ich bei solchen Terminen nach einem abgestimmten Plan handhaben.
Mein Tagebuch ist unspektakulär. Abends kreuze ich an, ob mich Herzklopfen an diesem Tag beim normalen Alltag gestört hat. Ich versuche keine Rhythmusepisoden zu zählen, denn ich kann nicht erkennen, was elektrisch im Herzen passiert. An stillen Tagen kann die Erkrankung trotzdem bestehen. Die Einträge halfen mir aber, beim nächsten Termin die Frage nach meinen Beschwerden zu beantworten. Früher erzählte ich fast nur vom schlimmsten Nachmittag der Woche.
Mittlerweile gehe ich wieder allein einkaufen. Die Treppe zur Wohnung nehme ich mit einer Pause, wenn ich sie brauche. Mein Mann fragt weniger oft, ob er mitkommen soll, und ich muss ihm nicht jedes Mal beweisen, dass ich zurechtkomme. Für den nächsten Kontrolltermin habe ich einen Zettel mit zwei Punkten bereitgelegt: die Müdigkeit nach längeren Spaziergängen und die Planung unserer Reise nach Lausanne.
Meine Werte
Im ersten vollständig dokumentierten Zeitraum störte mich Herzklopfen an 10 von 14 Tagen; im zuletzt dokumentierten Zeitraum an 3 von 14 Tagen. Die beiden Zeiträume liegen zwölf Monate auseinander. Das sind persönliche Beschwerdeeinträge, keine gemessene Vorhofflimmerlast und kein Nachweis eines verhinderten Schlaganfalls.
Nebenwirkungen
Anfängliche Benommenheit und Müdigkeit wurden ärztlich besprochen. Ein kleiner Bluterguss wurde dokumentiert. Aus diesen Beobachtungen leite ich keine allgemeine Verträglichkeit des Wirkstoffs ab.
Kosten
Für mich entstanden Eigenaufwand für Fahrten und die vereinbarte Versicherungsbeteiligung. Welche Rechnungen meine Versicherung übernimmt, kläre ich anhand meines Versicherungsmodells und der konkreten Behandlung.
Studienbezug
In ARISTOTLE wurde Apixaban mit Warfarin bei einer definierten Gruppe mit Vorhofflimmern verglichen. Meine Alltagseinträge erlauben keinen Vergleich mit den Studienendpunkten und keine Aussage über meinen persönlichen Schutz.
